Seit dem Erscheinen seines detailliert recherchierten Bestsellers "Gomorrha" (2006) lebt Roberto Saviano im Untergrund. Dass ein gefeierter Kinofilm und eine brillante TV-Serie, die beide auf den Recherchen des italienischen Journalisten beruhen, folgten, hat den Zorn der neapolitanischen Mafia nicht kleiner gemacht. Dennoch ist unklar, ob der 38-Jährige weiterhin Personenschutz erhalten wird. Italiens neuer Innenminister Matteo Salvini kündigte an, der Schutzerlass werde bei den zuständigen Stellen auf den Prüfstand gestellt.

Salvini, Chef der fremdenfeindlichen Lega, begründete die Maßnahme in einer Fernseh-Show unter anderem damit, dass sich Saviano viel im Ausland aufhalte. Deshalb müsse geprüft werden, ob das "Geld der Italiener" hier berechtigterweise ausgegeben werde.

Der mit dem Tode bedrohte Autor und Journalist reagierte auf die Ankündigung mit scharfen Worten: "Statt gegen die Mafia vorzugehen, droht Innenminister Matteo Salvini denen, die von ihr erzählen, sie zum Schweigen zu bringen", empörte sich Saviano in einem auf Twitter und Facebook geteilten Statement. Salvini sei ein "Minister der Unterwelt".

"Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra" erschien 2006 und wurde zum Sachbuch-Bestseller. Trotz Todesdrohungen seitens der Mafia entstand 2008 ein gleichbetitelter Kinofilm. Seit 2014 wird mit durchschlagendem Erfolg im In- und Ausland die TV-Serie "Gomorrha" produziert, die anhand fiktiver Charaktere das Wirken der Camorra-Clans in und um Neapel beleuchtet. Roberto Saviano ist Co-Autor des Sky-Formats.


Quelle: teleschau – der Mediendienst