Die vierte Verfilmung der Besteller-Reihe "Gregs Tagebuch" ist ein höchst amüsantes Roadmovie. Seinen Unterhaltungswert verdankt der Film vor allem seiner Situationskomik.

Himmel, wie die Zeit vergeht! Zachary Gordon, der gefühlt gestern noch den kleinen Greg in "Gregs Tagebuch 3 – Ich war's nicht!" (2012) spielte, ist tatsächlich schon 21 Jahre alt. Und damit inzwischen zu alt, um den titelgebenden Teenager aus Jeff Kinneys Bestsellerbüchern zu verkörpern. Nach fünf Jahren Pause wurde "Gregs Tagebuch – Böse Falle!" (2017), der vierte Teil der erfolgreichen Filmreihe, komplett neu besetzt, angeführt von Jason Drucker in der Titelrolle. SAT.1 strahlt den sympathischen Familientrip, bei dem viel gelacht werden darf, als Free-TV-Premiere aus.

Greg ist mitten in der Pubertät; ein Teenie, der einfach nur geliebt und bewundert werden will von seinen Mitschülern. Allerdings hat er zuletzt durch ein Missgeschick als "Windel-Hand" für virales Aufsehen gesorgt: Auf der Suche nach seinem kleinen Bruder Manny (dargestellt von den Zwillingen Dylan und Wyatt Waters) hat er im Bälle-Bad in eine volle Windel gegriffen, weshalb sein Image angeschlagener ist denn je. Um im Ansehen seiner Gleichaltrigen wieder zu steigen, will er unbedingt zur Games Convention, um in einem Video von Star-Gamer Mac Digby (Joshua Hoover) mitzumachen. Da passt es ganz gut, dass seine Familie eine kleine Reise geplant hat, um Omas 90. Geburtstag zu feiern, nicht weit entfernt vom Videogame-Event.

Gregs Mutter Susan (Alicia Silverstone) hat von Gregs Plänen natürlich keine Ahnung und freut sich um so mehr auf die Zeit mit der Familie, die möglichst medienfrei gestaltet werden soll. Für Greg und seinen Bruder Rodrick (Charlie Wright) ein Desaster, das vom ersten Halt in einem widerlichen Motel noch getoppt wird, wo Greg eine unschöne Begegnung mit einer Proll-Familie hat, die nicht die einzige bleiben wird ...

Der Roadtrip der Familie Heffley entpuppt sich als chaotische Odyssee, in deren Verlauf eine Panne auf die nächste Pleite folgt. Das ist nicht neu, aber durchaus unterhaltsam, weil eben alles schiefläuft, was schieflaufen kann. Die Filmfiguren sind dabei als authentische Mitglieder einer amerikanischen Durchschnittsfamilie gestaltet, wobei man die Befindlichkeiten der Kids genauso gut nachvollziehen kann wie die der Erwachsenen. Deren Interessen divergieren dabei deutlich, ganz so wie im echten Leben: Die Eltern wollen Quality Time mit der Familie, die Teenager sehnen sich nach Emanzipation und Coolness.

Seinen Unterhaltungswert verdankt "Gregs Tagebuch – Böse Falle!" vor allem seiner Situationskomik. Die eine oder andere unappetitliche Szene sowie Fäkal-Humor schmälern allerdings das Rundum-Vergnügen. Für ältere Zuschauer haben die Filmemacher um Regisseur David Bowers Zitate aus Hitchcock-Filmen eingebaut und parodieren die berühmten Szenen aus "Die Vögel" und "Psycho". Eine Spielerei, die nicht unbedingt nötig und schon gar nicht originell ist. Dafür ist die Neu-Besetzung der Heffleys durchaus überzeugend, wobei Charlie Wright als Rodrick ziemlich tumb daher kommt, wenn er den Zimmersafe für eine Mikrowelle hält. Aber das sind Details. Das Gesamtpaket stimmt.

Der 13. und jüngste Teil der beliebten Kinderbuch-Reihe von Jeff Kinney, "Eiskalt erwischt!", ist im Oktober 2018 erschienen. Weltweit wurden inzwischen mehr als 200 Millionen Exemplare der 13-teiligen Buchserie verkauft. Im April veröffentlichte der Cartoonist mit "Ruperts Tagebuch – Zu nett für diese Welt!" das erste Spin-off zu "Gregs Tagebuch", in dem auch Gregs bester Freund Rupert zu Wort kommt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst