In der neuen Sendung "Grüße aus..." schickt das ZDF Prominente in die Vergangenheit. Sie verbringen mit ihren Familien ein Wochenende in jenem Jahr, als sie zwölf Jahre alt waren. Den Anfang macht Schauspieler Thomas Heinze.

Nein, das ZDF scheut weder Kosten und Mühen, wenn es um "große" Unterhaltung geht. Selbst Zeitreisen organisiert der Mainzer Sender für Prominente und ihre Familien – "Timetainment" nennt sich das Ganze. Nachdem sich führende Physiker allerdings einig sind, dass es echte Zeitreisen – zumindest in die Vergangenheit – wohl niemals geben wird, hat man sich für drei sommerliche Donnerstage, 23.00 Uhr, unter dem Titel "Grüße aus ..." ein anderes Konzept überlegt: Gemeinsam mit seiner Familie zieht der Prominente für ein Wochenende in ein umgestyltes Haus, in dem ihn alles an seine Kinderzeit erinnert. Los geht's am 11. Juli mit dem Schauspieler Thomas Heinze.

Kameras begleiten die Zeitreise und "gewähren sehr persönliche Einblicke in das Familienleben und die Kindheit des prominenten Bewohners" – so das vom Sender beschriebene Konzept. Der Schauspieler Thomas Heinze schickt "Grüße aus 1976" und reist nun zusammen mit drei halbwüchsigen Kindern sowie seiner Lebensgefährtin Jackie Brown in die Historie. Was erwartet die Familie fünf binnen 48 Stunden im Jahr 1976? Andere Essensbräuche und Fernsehshows, Klamotten und Technik von gestern – all das soll zu unterhaltsamen Situationen führen und natürlich beim bekanntermaßen nicht allzu jugendlichen ZDF-Publikum Aha-Effelte auslösen. Natürlich müssen Erwachsene und Jugendliche auf sämtliche moderne Kommunikationsmittel während des Wochenendes verzichten: kein Internet, keine Handys.

An den beiden folgenden Donnerstagen wird man zwei weitere Promis und ihr zwölftes Lebensjahr kennenlernen: Am 18. Juli reist Sängerin Patricia Kelly mit Mann und zwei Söhnen ins Jahr 1981, und mit Fußball-Legende Pierre Littbarski, der seine japanische Frau und ebenfalls zwei Söhne mitbringt, heißt es am 25. Juli "Grüße aus 1972".

45 Minuten sollen die drei Promi-Familien im Zusammenschnitt bei ihrer Zeitreise begleitet werden. Dass man sich beim Sender nicht ganz sicher ist, ob das Ganze tatsächlich verfängt, zeigen sowohl die Platzierung im Sommerprogramm wie auch die späte Sendezeit. Andererseits muss das nichts Schlechtes heißen: Manche anfangs randseitig platzierten Formate erwiesen sich im Nachhinein als Hit oder zumindest als sanft schimmernde Perle.

Vergangenheitsreisen waren schon mal ein TV-Hit

In den Nullerjahren waren "Zeitreisen" beim Öffentlich-Rechtlichen schon mal ein echter TV-Trend. Damals allerdings noch ohne Promis und unter dem Begriff "Living History". Beginnend mit dem ARD-Format "Schwarzwaldhaus 1902" (2001, ausgezeichnet mit dem Grimmepreis) schuf man mehrere Jahre lang verschiedene Edel-Big-Brother-Szenarien, in denen ausgewählte Bewerber für einen längeren Zeitraum so lebten wie anno dunnemals. Es folgten: "Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus" (2004, ARD), "Abenteuer 1927 – Sommerfrische" (2005, ARD) und "Die Bräuteschule 1958" (2007, ARD).

Anfangs waren diese zu prominenten Sendezeiten platzierten Vergangenheit-Trips noch echte TV-Hits, ehe sich beim Publikum ein gewisser Sättigungseffekt einstellte. Vielleicht ist die Zeit nun wieder reif dafür, wenn auch die Formate aufgrund ihrer kurzen Dauer (die alten Zeitreisen währten nicht selten 16 Folgen) und gecasteter Normalos als Protagonisten nicht eins-zu-eins zu vergleichen sind.


Quelle: teleschau – der Mediendienst