Der "Tatort" in der ARD begeistert Woche für Woche Millionen deutscher Fernsehzuschauer von jung bis alt. Doch Volker Schlöndorff ist offensichtlich kein Fan der Krimi-Reihe.

Schlöndorff enthüllte im aktuellen "stern"-Interview, dass er bisher noch keine einzige Folge der kultigsten Krimi-Reihe im deutschen Fernsehen angeschaut hat. "Ich habe noch nie einen Tatort zu Ende gesehen", so der Regisseur, der im Jahr 1980 für seine Verfilmung von Günther Grass' Roman "Die Blechtrommel" mit dem Auslands-Oscar prämiert wurde.

In dem Interview sprach der Filmemacher unter anderem über die deutsche Film- und Fernsehgeschichte, wobei er noch weitere interessante Ansichten preisgab. So erklärt der 80-Jährige, dass er auch den deutschen Kassenschlager "Fack ju Göhte" nie zu Ende gesehen habe. Höchstens 30 bis 45 Minuten habe er durchgehalten – doch damit wollte er augenscheinlich keine Kritik an der Komödie äußern: "Sehr gute Unterhaltung, aber nicht mein Ding", gab sich Schlöndorff diplomatisch.

Gegenüber einem weiteren deutschen Kultfilm fand er jedoch kritische Worte: Den "Schulmädchenreport", der in den 1970-ern an den Kinokassen für Furore sorgte, bezeichnete er gegenüber dem Hamburger Blatt als "Schwachsinn". "Das haben wir verachtet", so die Kino-Koryphäe. Anlass für das Interview in der aktuellen Ausgabe des "Stern" ist das 70-jährige Bestehen der Bundesrepublik, weswegen selbstverständlich auch die jüngere Kino- und TV-Historie Deutschlands ein Thema war.


Quelle: teleschau – der Mediendienst