Milliarden Menschen auf der Erde müssen ohne Internet auskommen. Durch Mini-Satelliten sollen die Lücken im Netz geschlossen werden. Doch der Plan birgt auch Gefahren, wie eine 3sat-Doku zeigt.

Nach aktuellen Erhebungen liegt der Anteil der Internetnutzer in Deutschland bei 84 Prozent. Vor allem die jüngeren Deutschen sind gut vernetzt. Nahezu 100 Prozent sind online. Auch wenn es immer noch teils gravierende Unterschiede bei den Verbindungsgeschwindigkeiten gerade zwischen ländlichen und urbanen Gebieten gibt, lässt sich konstatieren: Die digitale Revolution hat das Land voll umfasst. Die 3sat-Doku "Highspeed-Internet aus dem All" richtet den Fokus nun auf Regionen der Welt, die ohne große Bandbreite auskommen müssen. Wie es in dem Beitrag von John A. Kantara heißt, sind mehr als drei Milliarden Menschen, vor allem in Entwicklungsländern, sogar komplett offline.

Diese riesigen Löcher sollen nun geflickt werden. Eine Lösung sind Mini-Satelliten. Zu Hunderten sollen die nur 150 Kilogramm schweren Sender beispielsweise von dem internationalen Konsortium OneWeb in einen erdnahen Orbit geschossen werden.

Die Idee erscheint hoffnungsvoll und bereitet den Verantwortlichen dennoch Kopfschmerzen. Denn: Die Satelliten müssen auf ihrem Weg zu ihrer endgültigen Umlaufbahn in 1.200 Kilometern Höhe durch eine dichte Wolke aus GPS- und Erdbeobachtungssatelliten sowie dem Weltraummüll der vergangenen 60 Jahre "fliegen". Kollisionen sind alles andere als ausgeschlossen. Mit welchen Folgen?

Im Anschluss an die Wissenschaftsdokumentation am Donnerstagabend diskutiert Gert Scobel ab 21 Uhr ein vergleichbares Thema. Seine Sendung beschäftigt sich diesmal mit den digitalen Infrastrukturen der Welt und geht dem Rausch der Datenströme nach.


Quelle: teleschau – der Mediendienst