Starke Charaktere mit dunklen Geheimnissen: Die TV-Fassung von "Im Tal des Fuchses" liefert packende Unterhaltung.

Alles beginnt so idyllisch: ein sonniger Augusttag, ein Parkplatz zwischen Wiesen und Feldern. Vanessa Willard (Katharina Schüttler) wartet auf ihren Mann Matthew (Benjamin Sadler), der noch eine Runde mit dem Hund dreht. In Gedanken versunken, bemerkt sie das Auto nicht, das sich nähert. Was folgt, ist ein Gänsehautkrimi à la Charlotte Link, fesselnd in Szene gesetzt vor einer grandiosen Naturkulisse in Wales.

Ein Fremder, der labile Ryan Lee (Ludwig Trepte), taucht auf, überwältigt und verschleppt Vanessa. In eine Kiste gesperrt, wird sie in einer Höhle versteckt, ausgestattet mit Wasser und Nahrung für eine Woche. Doch noch ehe der Täter eine Lösegeldforderung stellen kann, wird er wegen eines anderen Deliktes verhaftet. Und überlässt die hilflose Vanessa ihrem Schicksal. Vanessa bleibt wie vom Erdboden verschluckt, der ungelöste Fall ruht – bis zu Ryans Entlassung drei Jahre später.

Was den Thriller "Im Tal des Fuchses" sehenswert macht, ist seine besondere psychologische Tiefe. "Ryan Lee trifft aus der Not heraus eine Entscheidung, die fatale Folgen hat", verrät Trepte. Auch Vanessas Ehemann verfolgt das Verschwinden seiner Frau auf Schritt und Tritt. Benjamin Sadler: "Das ständige Nachdenken über 'wäre ich nur beim Auto geblieben' nagt an ihm seit dem Tag des Verschwindens."

Doch dann passiert etwas, das Matthew eine neue Chance gibt. Das ist "Charlotte Link" in Bestform, mit Spannung und Ungewissheit bis zum Schluss.