Mit der neuen Krimi-Serie "Der Bulle und das Biest" (ab Montag, 7. Januar, 20.15 Uhr) versucht SAT.1 einmal mehr, mit einem Ermittler-Duo aus Kommissar und Hund zu punkten. In den Hauptrollen: Jens Atzorn (Sohn von Robert Atzorn und Angelika Hartung) und Bullmastiff Rocky. Ein Gespräch mit dem 42-jährigen Schauspieler über seine Verantwortung für Tiere in der Kindheit und Jugend, den Ehrgeiz, sich von seinen Schauspieler-Eltern abzusetzen und über Machos und Charmeure.

prisma: Fangen wir mit einer tierischen Frage an: Katze oder Hund?

Jens Atzorn: (lacht) Hund! Wobei das nicht immer so war. Als ich klein war, hatte ich erst mal eine Katze, die ich auch sehr geliebt habe. Erst später haben wir einen Hund bekommen.

prisma: Und mit dem hatten Sie dann noch mehr Spaß?

Atzorn: Ich würde nicht sagen "mehr Spaß", es war einfach eine andere Verbindung als zuvor mit der Katze. Allgemein finde ich: Hund und Mensch – das passt sehr gut zusammen.

prisma: Mussten Sie auch Verantwortung für den Hund übernehmen? Oder sind Ihre Eltern mit ihm raus und Sie durften danach mit ihm spielen?

Atzorn: Nein, es war tatsächlich so, dass ich lernen musste, was Verantwortung für ein Tier zu haben bedeutet. Ein Tier ist ja eben nicht nur zum Spaß da. Das heißt: Auch wenn man mal keine Lust hat, muss man mit einem Hund natürlich rausgehen. Man kann auch nicht einfach wegfahren, wenn man will, sondern muss erst mal für ihn sorgen.

prisma: Das ist vorbildlich, aber auch zeitaufwendig. War der Hund damals Ihr größtes Hobby? Oder hatten Sie für andere Dinge noch mehr übrig in Ihrer Kindheit und Jugend?

Atzorn: Als Teenager waren mir vor allem Musik und Kampfsport wichtig. Kung Fu habe ich gemacht, bis ich 16 Jahr alt war, und intensiv Klavier gespielt habe ich noch bis zum Abitur, also bis 19.

prisma: Als Teenager möchte man ja nicht zwingend sein wie die Eltern. Kam Schauspielerei für Sie womöglich erst mal nicht in Frage?

Atzorn: Ich hatte tatsächlich die Idee, etwas mit Regie zu machen. Ich habe auch überlegt, in die Produktion zu gehen. In verschiedenen Bereichen habe ich dann Praktika gemacht und gemerkt: Ich will das mit der Schauspielerei unbedingt machen.

prisma: Was hat Sie gereizt?

Atzorn: Ich hatte das Gefühl, durch die Schauspielerei meine Schüchternheit zu durchbrechen. An meinen wahren Kern zu kommen. Und dass es nicht schlimm ist, nach außen hin zu zeigen, was man wirklich fühlt.

prisma: Hatten Sie den Ehrgeiz, als Schauspieler schnellstmöglich unabhängig von Ihren Eltern betrachtet zu werden?

Atzorn: Ja, das war mir schon immer wichtig. Wie alle anderen Schauspieler bin auch ich immer zu Vorsprechen und Castings gegangen und musste mich durchsetzen.

prisma: Haben Ihre Eltern Ihnen denn ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg gegeben? Was haben Sie von Ihnen über den Beruf des Schauspielers gelernt?

Atzorn: Ich erinnere mich, als sie mir mal im Spaß gesagt haben: Sei immer pünktlich und gut vorbereitet!

prisma: Jeder, der "Der Bulle und das Biest" noch nicht kennt, denkt da natürlich sofort an "Kommissar Rex". Mochten Sie das damals?

Atzorn: Ja, ich fand das sehr amüsant, das muss ich sagen. Aber unser Format ist natürlich ganz anders.

prisma: Auch weil Elias Decker, Ihre Rolle, ganz andere Wesenszüge hat als einst Richard Moser. Decker wirkt oberflächlich hart, teils machohaft. Ein besonderer Spaß, das zu spielen?

Atzorn: Den Macho zu spielen macht auf jeden Fall Spaß! Ich fand es sehr spannend, Elias Decker zu spielen, auch weil er ja ein liebenswerter Macho ist. Er ist ein Dickkopf, aber er nimmt sich selbst auch nicht all zu ernst.

prisma: Und Sie: Wo würden Sie sich selbst auf einer Macho-Skala von eins bis zehn ansiedeln, wenn zehn ein sehr großer Macho wäre?

Atzorn: (lacht) Puh, vielleicht auf der Sechs. Ich bin auf jeden Fall viel weniger Macho, als Elias es ist.

prisma: Was ist denn an Ihnen machohaft?

Atzorn: Ich finde Autos toll, ich mag Bier – wobei ich jetzt gar nicht weiß, ob das so machohaft ist. Vielleicht wirkt mein allgemeines Auftreten manchmal machohaft, aber eigentlich bin ich das gar nicht!

prisma: Sieht Ihre Frau das genauso?

Atzorn: Sie würde vielleicht sagen, dass ich ein bisschen mehr Macho bin, als ich es gerade erzählt habe (lacht).

prisma: Und was ist an Ihnen besonders liebenswert? Ein Selbstlob ist ausnahmsweise erlaubt!

Atzorn: Ich denke, mein Humor und Charme.

prisma: Das Liebenswerte an Decker wird schnell erkennbar, etwa darin, dass er sofort mit seinem Partner, dem Hund Rocky, eine Beziehung aufbaut und viel mit ihm spricht. Wie war denn Ihre Arbeit mit dem Hund am Set?

Atzorn: Es war eigentlich immer lustig. Nur manchmal, wenn die Zeit knapp wurde, wurde man mal ungeduldig. Anfänglich musste sich der Hund etwas eingrooven. Jetzt, nach vier Monaten gemeinsamer Arbeit, klappt alles mit einem kleinen Fingerschnippen, aber zunächst waren vor allem Dinge etwas schwieriger, die Hunde normalerweise nicht machen sollen, weil sie die in ihrer jungen Erziehung abtrainiert bekommen. Zum Beispiel das Springen auf einen Tisch oder auf ein Sofa. Rocky musste oftmals für ihn eigentlich verbotene Sachen machen, und er musste sich überwinden, die gelernten Muster zu durchbrechen.

prisma: Hätten Sie Rocky nach den vier Monaten gerne mit nach Hause genommen?

Atzorn: Auf jeden Fall! Ich habe auch schon im Spaß mit seinen Trainern darüber gesprochen, dass ich das gerne tun würde. Allerdings glaube ich, dass meine Frau darüber nicht so begeistert wäre – sie mag lieber Katzen.

prisma: Haben Sie schon Haustiere?

Atzorn: Nein, auch wegen der beschriebenen Verantwortung. Ich würde einem Haustier nicht gerecht werden können, weil ich einfach zu viel unterwegs bin. Ich habe ja schon für meine Familie viel zu wenig Zeit. Wenn dann noch ein Haustier da wäre, würde es schwierig werden. Außerdem leben wir in München in einer Wohnung, was für so ein Tier auch nicht wirklich schön ist. Wenn wir irgendwann mal aufs Land ziehen sollten, könnte es schon eher ein Thema werden.

prisma: Könnten Sie sich denn ein Leben auf dem Land mit Hund und noch mehr Tieren in Zukunft vorstellen? Und wenn ja: Wie sähe das bestenfalls aus?

Atzorn: Das kann ich mir gut vorstellen. Mit einem Haus am See und ein paar Tieren. Allerdings sollte es nicht zu weit von der nächst größeren Stadt entfernt sein – das brauche ich einfach ab und zu.


Quelle: teleschau – der Mediendienst