Joyn-Format

Ilse Aigner kritisiert Werbekampagne zur Datingshow "M.O.M."

Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner hat ProSiebenSat.1 einen bösen Brief geschrieben. Sie kritisiert die neue Werbekampagne für die Joyn-Datingshow "M.O.M." und fordert die Sendergruppe auf, stärker gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

"Für mich steht außer Frage, dass hier Frauen wie Dinge behandelt und bewertet werden", schreibt die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) in einem Brief an den Vorstandssprecher des Medienunternehmens ProSiebenSat.1, aus dem die "Süddeutsche Zeitung" zitiert. Aigner kritisiert die Plakatkampagne für die neue Datingshow des ProSiebenSat.1-Streamingdienstes Joyn, "M.O.M. – Milf oder Missy", die in den letzten Tagen bereits in den sozialen Medien für Aufregung sorgte. Auf den Plakaten lächeln zwei Frauen in die Kamera, darunter steht der Schriftzug: "Was Altes? Was Junges? Was Neues!" Auch der Name der Datingshow sei eine "Herabwürdigung", schreibt die CSU-Politikerin. Darin kommt das Wort "Milf" vor, eine Abkürzung für: "Mom I like to f***".

Weiter heißt es in dem Brief: Eine solche Kampagne könne "die Menschenwürde verletzen" und sei "alles andere als hilfreich für das gesamtgesellschaftliche Bemühen um ein respektvolles Miteinander". Ilse Aigner appelliert "dringend" an den Medienkonzern, bei seinen Kampagnen "mehr gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen".

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Auch Münchens zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) protestierte gegen die Kampagne und nannte sie "geschmacklos". Auf Twitter schrieb sie: "Die aktuelle Werbekampagne von Joyn macht mich wütend. In ganz München hängen diese frauenverachtenden, herabwürdigenden Plakate. Jeden Tag laufen Mädchen und Buben daran vorbei. Welches Rollenbild vermittelt ihnen diese Darstellung von Frauen? Hängt diesen Mist sofort ab!"

— Katrin Habenschaden (@KHabenschaden) May 28, 2020

Die zuständige Werbeagentur erklärte gegenüber Habenschaden, dass die Plakate nach den Pfingstferien abgehängt werden sollen. Alle Frauen in der Sendung seien aber selbstbewusst und ließen sich nicht objektivieren, so die Agentur. Dabei scheint die Kampagne ihren Zweck sehr wohl zu erfüllen: Der Streamingdienst selbst zeigte sich offiziell "sehr zufrieden mit den neuesten Entwicklungen seiner Eigenproduktionen". Im Mai sei inbesondere "M.O.M – Milf oder Missy" ein Highlight gewesen. "Das Dating-Experiment erfreut sich als bester Neustart des Monats großer Beliebtheit bei den Nutzern."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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