TV-Premiere auf SAT.1

"Im Schatten das Licht": Romantik ohne Kitsch

von Sarah Kohlberger

Natasha (Anna Schudt) und Mac (Kai Schumann) leben getrennt, doch plötzlich müssen sie sich um eine Vollwaise kümmern. Ob das ihre kaputte Beziehung kitten kann? Die romantische Komödie "Im Schatten das Licht" nach dem Bestseller von Jojo Moyes kommt wunderbar ohne Kitsch aus.

SAT.1
Im Schatten das Licht
Drama • 08.06.2020 • 20:15 Uhr

Ein Mädchen, das gemeinsam mit seinem Pferd etwas erreichen möchte, aber vor großen Schwierigkeiten steht. Ein Noch-Ehepaar, das nach der Trennung wieder zueinanderfindet. Und ein abenteuerlicher Roadtrip, auf dem viel passiert. Solche Geschichten wurden bereits in zahlreichen Filmen abgefrühstückt. Doch die romantische Komödie "Im Schatten das Licht" von Regisseurin und Grimme-Preisträgerin Vivian Naefe ("Die Wilden Hühner", "Chaos-Queens") schafft es auf charmante und unterhaltsame Weise, alles miteinander zu verweben. Nun ist der Film bei SAT.1 als TV-Premiere zu sehen.

Die Geschichte basiert auf den gleichnamigen Bestsellerroman der britischen Autorin Jojo Moyes, der 2017 in Deutschland auf Platz drei der Jahrescharts landete und 2009 in englischer Sprache unter dem Titel "The Horse Dancer" erschien. Bereits 2016 wurde einer von Moyes' vielen Bestsellerromanen, "Ein ganzes halbes Jahr", mit EEmilia Clarke ("Game of Thrones") und Sam Claflin ("Die Tribute von Panem") in den Hauptrollen verfilmt. Bei "Im Schatten das Licht" erinnern das Cover, der Titel und die Kurzbeschreibung zweifellos an Romanzen ala Nicholas Sparks, doch tatsächlich ist die Literaturverfilmung davon etwas entfernt.

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Das liegt zum einen an der Tiefe, die der Film mitbringt, aber auch an der Reife der Schauspieler: Übernehmen in Nicholas Sparks-Verfilmungen häufig jüngere Frauen wie Teresa Palmer, Britt Robertson oder sogar Miley Cyrus (einst mit süßen 17 Jahren) die Hauptrolle, verleihen Anna Schudt ("Tatort") mit 46 Jahren und Kai Schumann ("Heldt") mit 43 Jahren dem SAT.1-Film doch einen sehr gestandenen Charakter. Das Zusammenspiel der beiden ist eines der Glanzstücke des Films.

Zunächst kabbeln sich Natasha und Mac fröhlich durch ihre Ehe- und Trennungsprobleme, und werden mit ihrer Vergangenheit und einer neuen Verantwortung konfrontiert. Aufrichtig wirkende Konversationen wie: "Sie schafft das." – "Woher weißt du das?" – "Tue ich nicht." verleihen dem einstigen Paar Sympathie. Auch als sie auf die jeweils neuen Partner treffen, wirken ihre Reaktionen einfach nur normal und nachvollziehbar. Unterstützt werden die beiden von namhaften deutschen Schauspielern wie Henning Baum, Diana Amft, Filip Peeters oder Pia Stutzenstein. Gedreht wurde an idyllischen Orten in Deutschland und Belgien. Vor allem in Natashas und Macs Villen-ähnlichem Haus mitten im Grünen möchte man am liebsten sofort selbst einziehen.

Romantische Schnulzen hören da auf, wo die Arbeit beginnt

Zunächst steht ganz unverhofft Noch-Ehemann und Fotograf Mac vor Anwältin Natashas Haustür und will fast ein Jahr nach der Trennung endlich den Besitz des Hauses klären. Natasha, die mit ihrem Anwalt-Kollegen Conrad (Henning Baum) zusammen ist, läuft währenddessen im Supermarkt der 14-jährigen Waise Sarah (Lorna zu Solms) über den Weg. Das Mädchen wiederum steckt gleich in mehreren Schwierigkeiten: Sie wird beim Klauen erwischt, ihr Opa hat einen Schlaganfall, in ihrer Wohnung wurde eingebrochen, und der neue, schmierige Hofbesitzer fordert die Begleichung ihrer Geldschulden ein – oder etwas "Vergleichbares". Dabei will sie doch nur mit ihrem Pferd Boo an der elitären französischen Reitschule Cadre d'Or aufgenommen werden.

Als Natasha sieht, in welchen Verhältnissen Sarah lebt, nimmt sie sie kurzerhand auf – und auch Mac bleibt vorerst in dem großen gemeinsamen Haus. Doch das pferdeverliebte Mädchen kann sich den Erwachsenen gegenüber nicht öffnen. Die plötzlichen Eltern sind ratlos – was sollen sie tun? Eines Tages läuft Sarah weg – und Natasha und Mac begeben sich etwa bei der Hälfte des Films auf einen Roadtrip, um das Mädchen zu suchen. Dabei wird ihnen nicht nur klar, welche Fehler sie begangen haben. Sie verstehen auch, wie wichtig Kommunikation ist – sowohl zwischen ihnen, als auch zwischen Eltern und Kind. Und das ist für das Ex-Paar eine wichtige Lektion.

Am Ende lässt einen der Film mit einem wohlen Gefühl und jeder Menge Stoff zum Nachdenken zurück. Worum es in "Im Schatten das Licht" wirklich geht? – Hofbesitzer John bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: "Wer zur Hölle lebt schon glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage? Soweit ich weiß, läuft das mit der Liebe immer im Leben nicht so wie in diesen romantischen Schnulzen, die aufhören, wo die Arbeit eigentlich erst losgeht."

Im Schatten das Licht – Mo. 08.06. – SAT.1: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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