In der Karnevalssitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" zeigte Büttenredner Andreas Schmitt live klare Kante gegen rechte Hetze und die AfD. Dafür bekommt er viel Lob, auch von den Promis.

5,46 Millionen Zuschauer schalteten am Freitag ein, als das ZDF seinen alljährlichen Sitzungsklassiker "Mainz bleibt Mainz" ausstrahlte. Der Marktanteil lag bei stattlichen 20,5 Prozent. Doch auch nach der Ausstrahlung wird noch weiter diskutiert über die Kult-Karnevalssendung. Eine ganz besondere Büttenrede geht aktuell viral: Andreas Schmitt, bekannt als "Obermessdiener am Hohen Dom zu Mainz", hielt ein flammend gereimtes Plädoyer gegen Rechts und die AfD, wofür er von Social-Media-Usern und Promis gleichermaßen gefeiert wird. Über 5.600 Kommentare bei Facebook, über 6.000 Likes bei Twitter und 1.500 Retweets erreichte der Clip. Das dürfte beispiellos sein für einen Beitrag aus einer Karnevalssendung.

Nicht alle User waren begeistert von der Büttenrede, einige mussten vom ZDF sogar ermahnt werden mit den Worten "Hiermit verwarnen wir Sie! Todeswünsche oder Gewaltaufrufe haben hier nichts verloren. Sollten weitere Äußerungen dieser Art von Ihnen hier auftauchen, sperren wir Sie." Doch der Großteil stellte sich hinter den "Obermessdiener": "Mit der Rede gehört der Mann hinter das Pult im Bundestag." ist bei Twitter zu lesen, und: "Großartige Rede – 100 Punkte von mir!"

Anerkennung von Rezo

Auch Prominente reagierten auf die Rede. Jan Böhmermann etwa teilte den ZDF-Tweet, und Unfluencer Rezo, bekannt geworden als "Zerstörer" der CDU, twitterte anerkennend über den Kollegen aus der Bütt: "Nicer Typ".

Moderator und Dschungelcamp-Autor Micky Beisenherz wunderte sich derweil über sich selbst. "Wie absolut verrückt diese Zeiten sind, erkenne ich daran, dass ich plötzlich anfange, Büttenrede zu teilen", erkannte er.

Solchen Widerhall dürfte vor Andreas Schmitt noch kein Büttenredner der Social-Media-Ära erlebt haben. Allerdings hatte es die Rede des Karnevalsveteranen auch in sich. In der Kutte des "Obermessdieners" reimte er unter anderem dies: "Ihr nehmt uns die Freiheit nicht! Solltet ihr für jedes Nazi-Opfer eine Schweigeminute gestalten, müsstet ihr 38 Jahr' lang eure Schandmäuler halten. Es war millionenfacher Völkermord ihr braunen Wichte, und kein Vogelschiss der deutschen Geschichte. Die Morde von Hanau, die Schüsse auf die Synagoge in Halle, ob Juden, Christen, Muslime: Das war ein Angriff auf alle! Wir leben hier zusammen, die Demokratie wird triumphieren, dieses Land werdet ihr niemals regieren!"

Frenetischer Applaus und Jubelrufe brachen daraufhin im Saal aus.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH