So schlüpfrig geht's selten zu bei "Marie Brand": Da hat doch Kommissar Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) tatsächlich Sex – mit einer Prostituierten! Und Handschellen sind auch im Spiel! Zum Skandal aber wird die Affäre erst am nächsten Morgen: "Hey, willst 'n Kaffee?", fragt Simmel die hübsche Dame im Hotelbett. Doch die antwortet nicht, sondern ist mausetot. Ermordet, aber freilich nicht von Simmel. So viel ist klar. Nur: Wer war's dann? Marie Brand (Mariele Millowitsch) immerhin versichert ihrem völlig verstörten Kollegen: "Ich bin auf Ihrer Seite, was auch immer passiert." Auftakt zu "Marie Brand und der schwarze Tag", dem nach üblichem Muster gestrickten 22. Film der langlebigen Reihe.

Zunächst macht Brand einen auf Moralapostel: "Macht das Spaß, wenn eine Frau hilflos ist?", fragt sie ihren Kollegen, die Handschellen im Visier. Doch die wie immer äußerst resolute Ermittlerin hat sich schnell gefasst. Statt den Fall ihrem Vorgesetzten zu melden, nimmt sie selbst die Nachforschungen in die Hand. Simmel, den das Drehbuch von Jobst Christian Oetzmann (auch Regie) in typischer Fernsehkrimi-Manier zum Rächer in eigener Sache macht, darf ihr dabei helfen.

Allzu schnell macht der Ermittler selbst einen Verdächtigen aus, der ihm den Mord untergeschoben haben soll: Christian Grave (Werner Wölbern), dank dubioser Treuhandgeschäfte ein unsauberer Wende-Gewinner, hat aus Rostocker Tagen noch eine Rechnung offen mit Simmel. Irgendwann landet Simmel aber dann doch hinter Gittern. "Aus Gründen der Arbeitsökonomie" hat die neue Staatsanwältin Dr. Carolin Kersting (Leslie Malton) den Fall zu den Akten gelegt. Dabei ist sie eigentlich eine alte Bekannte von Simmel. Doppeltes Spiel Köln?


Quelle: teleschau – der Mediendienst