Islamische Terroristen stürmen die Große Moschee von Mekka und nehmen mehrere hunderttausend Geiseln. Eine Dokumentation blickt auf die Ereignisse des 20. November 1979 zurück, die für viele Experten den Beginn des Terrors von heute darstellen.

War das die Geburtsstunde des späteren islamistischen Terrors? Am 20. November 1979, dem Neujahrstag des Jahres 1400 nach islamischer Zeitrechnung, wollten mehrere hundert radikale Moslems die Welt verändern. Um 5.30 Uhr morgens verriegelten sie das Tor der Großen Moschee von Mekka, des größten Heiligtums des Islam, und nahmen Tausende Pilger als Geiseln. Sie kämpften gegen die Verwestlichung Saudi-Arabiens, forderten die Abdankung der saudi-arabischen Königsfamilie und die Ausweisung aller ungläubigen Ausländer.

Dirk van den Berg (ARTE France) sprach für seinen Film "Mekka 1979" in mehrjährigen Recherchen mit Protagonisten und Zeugen des Anschlags, durchkämmte Privatarchive aus Militär- und Zivilkreisen und förderte Aussagen von arabischen, französischen und amerikanischen Geheimdienstmitarbeitern zutage. Sein Dokumentarfilm zeigt, dass die Täter von damals mitnichten "verirrte Fanatiker ohne politische Bedeutung" gewesen seien, wie von Saudi-Arabien behauptet, sondern Initiatoren einer weit verzweigten Revolution mit verheerenden Folgen.

Das saudische Königshaus ließ den wahhabitischen Fundamentalisten später weitgehend freie Hand. Die radikalsten Vertreter predigen seither in Afghanistan und dem Rest der Welt. Die Antwort von Kronprinz Mohammed bin Salman kommentierte das Ereignis kürzlich mit den Worten: "Wir gehen zu dem moderaten Islam zurück, den wir hatten, der offen gegenüber der Welt und allen Religionen ist. Wir wollen einfach ein normales Leben führen." Offensichtlich will er damit in das Saudi-Arabien vor 1979 zurück.

Der sehenswerte 75-minütige Beitrag wird in der Reihe "Dokumentarfilm im Ersten" am Montag, 27. August, 22.45 Uhr, auch in der ARD ausgestrahlt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst