In seinem Episodenfilm "Wir sind alle Astronauten" erzählt Regisseur Samuel Benchetrit aus dem Leben der Bewohner einer Plattenbau-Siedlung in der Pariser Vorstadt. Hier treffen unterschiedliche Typen aufeinander: ein Rollstuhlfahrer, ein Teenager und eine Schauspielerin. Immer wieder gewinnen sie ihrer Einsamkeit komische Momente ab.

Ein Astronaut fällt vom Himmel und steht vor der Türe einer alten Dame aus Algerien, ein Rollstuhlfahrer hat sich geweigert, sich an den Kosten für den neuen Aufzug zu beteiligen und kann ihn daher nur heimlich des nachts benutzen. Auf der Suche nach Essbarem stößt er auf eine Krankenschwester im nahen Krankenhaus. Ein von der Mutter vernachlässigter Teenager verknallt sich Hals über Kopf in eine Schauspielerin, die in den Achtzigern sehr berühmt gewesen ist ...

Mit Witz und leisem Humor erzählt Samuel Benchetrit in seinem für den César nominierten Episodenfilm "Wir sind alle Astronauten" vom Leben der kleinen Leute in einem tristen Betonsilo in der Vorstadt von Paris. ARTE zeigt das liebevoll gemachte Ensemblestück nun zum ersten Mal im Free-TV.

Nach einer Erzählung aus seinen autobiografischen "Chroniques de l'Asphalte" lässt Benchetrit in seinem fünften Spielfilm immer wieder komische Szenen und verblüffende Dialoge entstehen. "Sind Sie Zeuge Jehovas", fragt die alte Dame aus Algerien, als der behelmte Astronaut vor ihrer Türe steht. "Haben Sie Alzheimer", fragt wiederum der Nachbar, als sie ihm berichtet, dass neuerdings ein amerikanischer Astronaut bei ihr wohne.

Daneben ist "Wir sind alle Astronauten" auch ein Stückweit Film im Film. Einer will aus Liebe zu den Bildern Fotograf sein und ist es nicht. Die andere glaubt, ein vergessener Star zu sein und ist in Wahrheit Isabelle Huppert, damals wie heute eine der Größten. Witz und Tristesse im heruntergekommenen Plattenbau halten sich in dieser mit Gustave Kervern, Isabelle Huppert, Valeria Bruni Tedeschi und Michael Pitt glänzend besetzten Tragikomödie stets die Waage.


Quelle: teleschau – der Mediendienst