Wie kam es dazu, dass sich der Mensch in Dörfern uns Städten niederließ? Die zweiteilige ARTE-Dokumentation "Am Anfang war das Wir" gibt Antworten.

Viele Menschen leben heute vor allem in Städten. Die können mal kleiner oder einfach nur gigantisch sein. Beispiel Tokio: Die Metropolregion der japanischen Hauptstadt umfasst mehr als 37 Millionen Bewohner. Sie ist der größte Ballungsraum der Welt. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sich der Mensch eines Tages in Dörfern, Städten und Gemeinden niederließ? Dieser Frage geht die britische Dokumentation "Am Anfang war das Wir" unter der Regie von Tim Lambert nach.

Und die Reise führt weit zurück bis in den Südosten der Türkei. Dort auf dem Hochplateau des Göbekli Tepe entstand vor rund 11.500 Jahren das älteste monumentale Heiligtum der Menschheit. Jens Notroff vom Deutschen Archäologischen Institut, das auf dem Hügel in einem Langzeitprojekt Ausgrabungen betreibt, geht davon aus, dass die gewaltige Architektur als Gemeinschaftsprojekt errichtet wurde. Der Wissenschaftler: "Die mobilen Gruppen der Jäger und Sammler waren darauf angewiesen, sich an einem gemeinsamen Ort zu treffen. Sie mussten Informationen und mögliche Heiratspartner austauschen." Notroff sieht in der uralten Kultstätte einen Meilenstein auf dem Weg zur Zivilisation.

Ausgehend vom Hochplateau des Göbekli Tepe zeichnet die aufwendig produzierte Dokumentation (Teil zwei folgt um 21.05 Uhr) mit zahlreichen nachgestellten Szenen den weiteren Weg der Menschheit nach, der schließlich zu den heutigen Megastädten führte. Unerlässlich für größere sesshafte Siedlungen war beispielsweise die Entdeckung des Weizenanbaus vor rund 10.000 Jahren. Experten wie Notroff sagen: "Die Landwirtschaft war die größte Erfindung der antiken Welt. Sie war unentbehrlich für das Leben auf der gesamten Welt."


Quelle: teleschau – der Mediendienst