Die legendäre amerikanische Soulsängerin Aretha Franklin verstarb nach längerer Krankheit an Bauchspeicheldrüsenkrebs. In den letzten Jahren mussten deshalb immer wieder Auftritte abgesagt werden.

Die Superlative für ihre Gesangskunst kannten keine Grenzen. "Queen of Soul" war fast schon ihr offizieller Titel. In vielen Ranking-Listen der Musikgeschichte wurde Aretha Franklin zur besten Sängerin aller Zeiten gekürt. So zum Beispiel im einflussreichen Fachmagazin "Rolling Stone", das ihr diese Auszeichnung erst vor wenigen Jahren in einer großen Aufarbeitung der Popgeschichte verlieh. Diese Stimme ist nun verstummt. Im Alter von 76 Jahren erlag die Sängerin in ihrem Haus in Detroit einem Krebsleiden, das seit 2010 bekannt war.

Am 25. März 1942 kam sie in Memphis, Tennessee, zur Welt. Ihr Vater Clarence LaVaughn Franklin war ein bekannter Baptistenprediger. 1956, damals war Aretha Franklin gerade erst 14 Jahre alt, erschien ihr erstes Gospelalbum. Mit 18 begann sie, neben Gospel auch Popmusik aufzunehmen. Erstaunlicherweise blieben die ersten sieben Jahre dieser Karriere eher erfolglos. 1967 wechselte Franklin zu Atlantic Records und schaffte dort den Durchbruch mit der Single "I Never Loved A Man (The Way I Love You)".

Aretha Franklins größter Hit war der Song "Respect" aus der Feder Ottis Reddings, der durch Franklin zur feministischen Hymne wurde. Und zum Soundtrack der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King, einem persönlichen Freund der Sängerin. Auch Titel wie "Think" oder "Natural Woman" gehören zu den Höhepunkten und großen Erfolgen ihrer 50 Jahre umspannenden Karriere. Das bestverkaufte Album der Soul-Diva war dann aber doch ein Gospelwerk. Mit "Amazing Grace" kehrte sie 1972 zu ihrer ersten musikalischen Liebe zurück.

Ein letztes Mal zeigte sich die Wirkung ihrer Kunst 2015 im Kennedy Center von Washington D.C.: Im langen Pelzmantel am Klavier sitzend, interpretierte Franklin noch einmal einen ihrer ersten großen Hit von 1967: "(You Make Me Feel Like) A Natural Woman". Dabei erzeugte sie eine derartige Spannung, dass die anwesende Carole King, Co-Komponistin des Songs, fast erstarrte und der anwesende Barack Obama vor Rührung weinte.

In diesem und im letzten Jahr mussten zahlreiche Auftritte der Stimm-Naturgewalt, die insgesamt 18 Grammys ergatterte, abgesagt werden. Franklin war zweimal verheiratet und hinterlässt vier Kinder – die Söhne Clarence, Edward, Ted und Kecalf.


Quelle: teleschau – der Mediendienst