Die vergangene Staffel von "Promi Big Brother" war die schwächste aller Zeiten. Entsprechend hoch ist der Druck, der auf den Machern lastet. Um aus dem Quotentief zu kommen, verschärft SAT.1 die Bedingungen für die Teilnehmer.

Die einen konnten sich vor Lachen nicht halten, die anderen runzelten nur die Stirn, als Nino de Angelo vor den Augen von Millionen Zuschauern emotional mit einer von ihm auf den Namen Rudi getauften Papiertüte sprach. "Ich bin für dich da. Ich beschütze dich. Wer hat dich so zugerichtet?", murmelte er unter Tränen. Gewonnen hat der Sänger die dritte Staffel der SAT.1-Show "Promi Big Brother" nicht, doch dominierte er mit seinem Auftritt die Schlagzeilen. Auch dieses Jahr dürfen ab Freitag, 17. August, 20.15 Uhr (danach dann täglich 22.15 Uhr), für die sechste Staffel "Promi Big Brother" wieder eine Handvoll sogenannter "C-Promis" in das von Kameras überwachte Haus ziehen und sich Gedanken darüber machen, wie sie am besten Aufmerksamkeit und Schlagzeilen generieren. Wobei diesmal das "PBB"-Haus einer "Baustelle" weichen musste. Alles soll härter, spitzer, quotenträchtiger werden.

Unter freiem Himmel, auf 70 Quadratmetern, pfercht SAT.1 die Teilnehmer der Überwachungssause in diesem Jahr ein. "Keine Betten, kein Badezimmer, keine Privatsphäre" gebe es in dem Open-Air-Lager, so der Sender. "Nur ein Campingklo, eine Feuerstelle und ein Kalt-Wasserhahn müssen für den Alltag ausreichen." Was nach Frankreich-Urlaub in den 70-ern klingt, birgt freilich wunderbar viel Krawall-Potenzial. Die Nerven der "Promis", sie werden wohl sehr schnell blank liegen.

Das sind die Teilnehmer

Zwölf Damen und Herren, weitgehend Protagonisten, die bislang nur den Hardcore-Fans des untersten Boulevards bekannt sein dürften, ziehen auf diese "Baustelle". Neun sind bereits ankommen, drei weitere Namen gab SAT.1 am Freitagmorgen bekannt. Es sind Rennfahrerin Cora Schumacher, Daniel Völz ("Bachelor") und Reality-Mutti Silvia Wollny.

Die anderen Teilnehmer sind bereits am Donnerstag auf das Areal gezogen: Nicole Belstler-Boettcher, die Tochter von Schauspielerin Grit Böttcher, ist dabei. Auch Mike Shiva, ein Schweizer Wahrsager, zieht auf das Promi-Gelände, ebenso Alphonso Williams, glückloser "DSDS"-Sieger aus dem vergangenen Jahr. Selfmade-Millionär Heinz von Sayn-Wittgenstein, Bert-Wollersheim-Ex Sophia Vegas, "Bachelor in Paradise"-Teilnehmer Johannes Haller und Zehnkampf-Europameister Pascal Behrenbruch lassen sich ebenfalls auf das Reality-Experiment. Mit von der Partie ist auch Chethrin Schulze, die bereits bei "Love Island" zu sehen war. Und für die Generation YouTube schickt SAT.1 Katja Krasavice ins Rennen, die auf der Videoplattform regelmäßig über allerlei Schlüpfriges palavert.

So unbekannt all die Namen auch sind: Man darf hoffen, dass SAT.1 nicht nur genommen hat, was der C-Promi-Markt derzeit so hergibt, sondern auf eine hochexplosive Mischung setzt. Denn um nichts anderes geht es. Das weiß auch Moderator Jochen Schropp. "Letztendlich kommt es auf die Gruppe im Ganzen an", sagt er im Gespräch mit der Agentur teleschau. "Welche Dynamiken entwickeln sich, wer schmiedet Allianzen, und wer ist so gar kein Team-Player? Interessant wird es, wenn viele unterschiedliche Leute aus den verschiedensten Bereichen zusammenkommen. Haben sie Gemeinsamkeiten oder verbindet sie nur, dass sie bekannt sind?" Und manchmal, fügt er hinzu, hätten es die Promis "auch verdient, ein bisschen zu leiden". Schropps Co-Moderatorin Marlene Lufen hingegen gibt zu bedenken: "Das Schöne bei 'Promi Big Brother' ist, dass die Bewohner – obwohl sie wissen, dass sie gefilmt werden – irgendwann nicht anders können, als die Maske fallen zu lassen."

Dafür dürfte nicht nur das neue Setting im Baustellen-Look sorgen. Für die neue Staffel hat sich SAT.1 eine weitere Gemeinheit überlegt: Sollten die Bewohner Annehmlichkeiten wie Zigaretten, Bier, Shampoo oder eine Campingdusche wünschen, können sie diese zwar aus einem Automaten ziehen. Doch die Münzen dafür müssen erst erspielt werden. Man kann schon ahnen, was das für Verteilungskämpfe geben wird.

Und Krawall hat "PBB" durchaus nötig: Mit durchschnittlich rund 1,8 Millionen Zuschauern verfolgten im vergangenen Jahr so wenig Zuschauer wie nie zuvor die Sendung. Ob es vielleicht daran liegt, dass ein gewisser Donald Trump derzeit die wohl beste Reality-Show aller Zeiten bietet? Immerhin: Der Zuschauer muss bei "PBB" nicht tatenlos auf das Geschehen blicken. Ganz einfach per Telefon kann er mitbestimmen, welcher der Teilnehmer die "Baustelle" verlassen muss. Impeachment im Schnellverfahren sozusagen.

SAT.1 fährt während seiner zwei Wochen "Promi Big Brother" sämtliche Geschütze auf. Täglich gibt der Drittplatzierte des letzten Jahres, Willi Herren, im "SAT.1-Frühstücksfernsehen" seine Sicht der Dinge zum Besten. Und wer nach der allabendlichen Show nicht genug hat, der kann auf sixx umschalten, denn dort arbeiten bei "Promi Big Brother – Die Late Night Show" (täglich ab 23.45 Uhr, sixx) Jochen Bendel und Melissa Khalaj den Tag auf.

Die umfangreiche Berichterstattung wird außerdem durch ein umfangreiches Angebot im Netz abgerundet. Egal auf welchem Kanal, es wird mit Sicherheit schon gerätselt: Wer beweist die besten Nerven, gewinnt die Sympathien der Zuschauer und darf am Ende mit der Siegerprämie nach Hause gehen?


Quelle: teleschau – der Mediendienst