Sozialarbeiter blicken in eine Schattenwelt aus Einsamkeit und Verwahrlosung, wie die ZDF-Dokumentation "37°: Die Schicksalswender" zeigt. Der Job bringt viel Verantwortung mit sich und verlangt den Sozialarbeitern alles ab, doch für ihre Tätigkeit werden sie schlecht bezahlt.

Entscheidungen zu treffen, gehört in der modernen Arbeitswelt dazu. Zumeist werden diese auf höheren Ebenen gefällt, wo die Last der Verantwortung auch entsprechend ihren Preis hat. Auch Menschen wie Sabine B. oder Pablo M. treffen Entscheidungen – oft mit weitreichenden persönlichen Konsequenzen. Beide jedoch werden dafür schlecht bezahlt. Das liegt an ihrem Beruf: Sabine und Pablo sind "nur" Sozialarbeiter. Sie kümmern sich um Menschen, die auf der Schattenseite der Gesellschaft stehen. Und dort gibt es kaum Geld und damit Profit zu holen.

Der Film "Die Schicksalswender" von Daniela Hoyer, der nun im Rahmen von "37°" im Zweiten zu sehen ist, taucht tief ab in ein Umfeld aus Einsamkeit, Überforderung und Verwahrlosung. Sabine B. beispielsweise muss zusehen, dass einer ihrer insgesamt 15 Fälle, eine Frau mit fortschreitender Frühdemenz, auch jeden Tag isst.

Schwerer jedoch wiegt ihr Wissen, dass der Patientin, die noch in ihrer eigenen Wohnung in Bochum lebt, jederzeit etwas passieren könnte. "Ich versuche, mögliche Gefahren so klein wie möglich zu halten, aber ich kann das Leben nicht komplett kontrollieren", sagt Sabine. Nun steht die Sozialarbeiterin vor der Entscheidung, ob es noch zu verantworten ist, die Frau allein wohnen zu lassen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst