Es ist der Augenblick, den viele Betroffene fürchten. Am frühen Morgen kommen Polizisten und holen abgewiesene Asylbewerber ab, um sie außer Landes zu schicken. Eine 3sat-Doku zeigt die Praxis der Abschiebungen.

Das Ende kündigt sich mit einer mehr oder weniger scharf vorgetragenen Forderung an: "Polizei, öffnen Sie die Tür!" – Es ist die Staatsgewalt, die einen Hausbesuch macht, und der Augenblick, den viele Betroffene teilweise schon lange fürchten. Die Polizisten kommen oft im Morgengrauen und mit einem genau vorbereiteten Plan. Sie holen abgewiesene Asylbewerber an ihren Unterkünften ab und schaffen sie auf mehr oder weniger direktem Wege außer Landes. Die beiden Filmemacher Carsten Rau und Hauke Wendler, ausgezeichnet mit dem Grimme-Preis, zeichnen in ihrem 3sat-Dokumentarfilm "Deportation Class" (2017) eine Leidensreise nach.

Für abgewiesene Asylbewerber geht es oft auf eine lange, schwierige Fahrt – angetreten meist noch im Dunkeln und abseits der Augen der Öffentlichkeit. Die Polizisten blicken dabei meist in verschlafene Gesichter. Den Asylbewerbern bleibt oft nur wenig Zeit, ihre Habseligkeiten zu packen. Trotz guter Vorplanung verläuft so manche Abschiebung nicht immer reibungslos. So lernt man im Film etwa eine Familie kennen, deren Tochter sich zum Termin ihrer unfreiwilligen Abreise gerade auf einer Klassenfahrt befindet. Was bedeutet das für die Betroffenen? Wie organisiert man das Durcheinander?


Quelle: teleschau – der Mediendienst