Noah Baumbach hat mit "The Meyerowitz Stories" ein herausragendes Porträt einer ungewöhnlichen, aber doch irgendwie ziemlich durchschnittlichen Familie geschaffen. Mit Adam Sandler, Dustin Hofmann und Ben Stiller ist der Film, der ab Freitag bei Netflix abrufbar ist, zudem hochkarätig besetzt.

Die Statistik hat sich in den vergangenen Jahren leicht verbessert. Aber in Deutschland wird immer noch etwa jede dritte Ehe geschieden, dementsprechend viele Patchwork-Familien gibt es auch. Viele solcher zusammengesetzten Familien harmonieren gut, und die Mitglieder profitieren oft sogar von der Situation. Doch auch das Gegenteil ist nicht selten. "The Meyerowitz Stories" zeigt eine gescheiterte Patchwork-Familie.

Dabei steht der eher erfolglose New Yorker Bildhauer und Kunstprofessor Harold Meyerowitz (Dustin Hoffman), der viermal verheiratet war, im Fokus. Seine drei Kinder aus unterschiedlichen Ehen hatten mit den Trennungen zu kämpfen und damit, Aufmerksamkeit von dem Patriarchen zu bekommen.

Das Drama nimmt sich viel Zeit, die erwachsenen Söhne Danny (Adam Sandler) und Matthew (Ben Stiller), sowie Tochter Jean (Elizabeth Marvel) vorzustellen und ihre jeweilige komplizierte Situation oder ein prägendes Ereignis zu erzählen. Bis etwa zur Hälfte dauert es, den Zuschauer in die Figurenkonstellation und die Gefühlswelt der Familienmitglieder einzuweihen. Erst dann kommt es zu einem Unfall, bei dem Harold Meyerowitz schwer verletzt wird, sodass unklar ist, wie lange er noch zu leben hat.

Der Zuschauer fiebert mit

Vor allem die hochkarätige Besetzung macht den Streifen zu einem sehenswerten Stück. Behutsam, aber keineswegs langweilig stellt Drehbuchautor und Regisseur Noah Baumbach seine Figuren detailliert vor. Das Augenmerk liegt bei den Menschen.

Während man anfangs noch etwa über eine missglückte Haifischsuppe und andere schräge, aber pointierte Witze schmunzelt, wird die Story immer dramatischer und intensiver. Der Zuschauer fiebert mit und sieht dem schwelenden Konflikt fasziniert zu. Die zarte Klaviermusik, komponiert von Oscar-Preisträger Randy Newman, verleiht der tragischen Komödie einen berührenden Charme. Der Film wurde bei seiner Premiere in Cannes gefeiert.


Quelle: teleschau – der Mediendienst