"Lord Voldemort"

Ralph Fiennes solidarisiert sich in Transphobie-Debatte mit J.K. Rowling

Nach ihren Kommentaren zu Transfrauen entzündete sich eine Transphobie-Diskussion um "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling. Nun springt ihr Schauspieler Ralph Fiennes, der Lord Voldemort in den Filmen um den Zauberschüler spielte, in der Debatte zur Seite.

Der, dessen Namen nicht genannt werden darf, ergreift Partei für seine Schöpferin: Ralph Fiennes, der in den "Harry Potter"-Verfilmungen Bösewicht Lord Voldemort verkörperte, schaltete sich in die hitzige Debatte um Autorin J.K. Rowling und ihre Haltung zu Transgender-Rechten ein. In einem Interview mit "The Telegraph" drückte der Schauspieler sein Mitgefühl aus. Er könne verstehen, dass Rowlings Aussagen hohe Wellen schlagen würden, "aber ich finde dieses Zeitalter der Anklage und die Notwendigkeit zu verurteilen, irrational".

Dabei kritisierte Fiennes insbesondere die Schärfe und den Ton, den Rowlings Gegner in der Diskussion einschlagen würden: "Ich finde das Ausmaß des Hasses, das Menschen über Ansichten äußern, die sich von ihren unterscheiden, und die Gewalt der Sprache gegenüber anderen beunruhigend." Damit nimmt der 58-Jährige einen gegenteiligen Standpunkt zu seinen "Harry Potter"-Schauspielkollegen Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint ein, die auf die Aufregung um Rowlings Aussagen mit Solidaritätsbekundungen für die Transgender-Community reagierten.

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Rowling hatte sich im Juni 2020 in einem Twitter-Post über einen Artikel mokiert, in dem von "Menschen, die menstruieren" die Rede war. Rowling twitterte dazu: "'Menschen, die menstruieren'. Ich bin sicher, es gab früher ein Wort für diese Menschen. Jemand muss mir helfen. Wumben? Wimpund? Woomud?", rang sie spöttisch um das englische Wort für Frauen – "women". Twitter-User bezeichneten die Kommentare der Autorin als "anti-trans" und "transphobisch", da auch Transgender und geschlechtsunkonforme Menschen menstruieren könnten.

Im Anschluss an diesen Tweet kommentierte sie weitere Posts und löste damit rege Diskussionen aus. Sie verteidigte ihre Ansichten unter anderem mit diesen Worten: "Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, gibt es keine gleichgeschlechtliche Anziehungskraft. Wenn das Geschlecht nicht real ist, wird die gelebte Realität von Frauen weltweit gelöscht." Im selben Tweet schrieb sie: "Ich kenne und liebe Transmenschen, aber durch das Löschen des Geschlechterkonzepts wird vielen die Fähigkeit genommen, ihr Leben sinnvoll zu diskutieren. Es ist kein Hass, die Wahrheit zu sagen!"

Mit ihrem neusten Roman "Böses Blut", der im September erschien, erregte sie erneut aufsehen, ob ihrer vorherigen Äußerungen. Darin jagt ein Detektiv einen männlichen Serienmörder, der sich als Frau verkleidet.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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