Der Mensch hat auf der Erde große Spuren hinterlassen – und das in kürzester Zeit. Ist es schon zu spät für eine Umkehr? Der 3sat-Themenabend "Rettet die Erde" ordnet die gegenwärtige Lage ein.

In Australien brennt der Regenwald, in Grönland schmilzt das Eis in Rekordtempo und hierzulande wird schon der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen prophezeit: Wenn man derzeit das Weltgeschehen und die unaufhörlich voranschreitende Klimakrise betrachtet, kann einem Angst und Bange werden. Wie schlimm es aber wirklich um die Erde steht, verschwimmt nicht selten im ideologisch geführten Diskurs mit Klimawandelleugnern auf der einen und warnenden Wissenschaftlern auf der anderen Seite. Umso wertvoller ist ein Informationsangebot, wie es der Themenabend "Rettet die Erde" (Donnerstag, 27. Februar, ab 20.15 Uhr) darstellt: 3sat ordnet die gegenwärtige Lage ein und setzt sie in Kontext mit der gesamten Menschheitsgeschichte.

Gleich drei "Terra X"-Filme zeigt der Sender im Rahmen seines dreistündigen Themenabends, dazwischen diskutieren Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens, sein Kollege Gerd Scobel und der Paläontologe Volker Mosbrugger über die Verantwortung der Menschen gegenüber ihrem Lebensraum, der Erde. Dabei verzichten die akkurat recherchierten und gewohnt opulent bebilderten Filmbeiträge auf provokante Thesen und nehmen so gewissermaßen Wind aus der oft so emotional geführten Debatte. Gleichwohl verschweigen die Dokumentarstücke nicht die Dringlichkeit des Handelns und nehmen die Menschheit in die Pflicht.

2050, so rechnet es Dirk Steffens im ersten Film "Erde" vor, werden rund zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Doch schon heute werden nicht nur die Bewohner in Äthiopien Zeuge eines wachsenden Versorgungsengpasses. Zu viel Fläche hat der Mensch bereits zu seinen Zwecken umfunktioniert und dem ursprünglichen Zustand entlehnt, sodass in dem afrikanischen Land mittlerweile sogar Felder in 4.000 Metern Höhe bewirtschaftet werden. Weil die Landwirtschaft dank hochtechnologischer Prozesse der menschlichen Hand immer mehr entrissen wird, zieht es gleichzeitig immer mehr Menschen in immer größere Mega-Citys. Dort wiederum werden Ressourcen verbraucht, um Wohn- und Arbeitsraum zu schaffen – ein Teufelskreis.

Eine Reise durch zwölf Länder

All das sind Anzeichen des Anthropozäns, wie die Wissenschaft das Zeitalter des Menschen getauft hat. Der Film "Terra X: Anthropozän – Das Zeitalter des Menschen" geht dabei weit zurück in die Vergangenheit der menschlichen Spezies. Mit visuell ansprechenden Spielszenen rekapitulieren die Filmbeiträge von Regisseur Jens Monath die Entwicklung technischer Errungenschaften und nehmen mit zu revolutionären Entwicklungen wie dem Beginn des Ackerbaus und der Viehzucht vor 12.000 Jahren oder der industriellen Revolution im 18. Jahrhundert. Jeder der drei Filme, die das ZDF ab Sonntag, 8. März, auf dem gewohnten "Terra X"-Sendeplatz um 19.30 Uhr wiederholt, setzt dabei einen anderen Schwerpunkt: Auf "Erde" folgen "Luft" und "Wasser".

Den Aufwand der Eigenproduktion des ZDF, an der mehr als 50 Mitwirkende arbeiteten, sieht man dem Ergebnis an. Die Bilder bestechen in 4K-Qualität und liefern Zeugnis von Dirk Steffens' Reise durch zwölf Ländern – von Australien bis Island, von China bis in die USA. Wie gewohnt gelingt es dem charismatischen Journalisten, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und die Brisanz der Lage herauszustellen, die er auch im Interview beschreibt. "Wir müssen sofort handeln, sonst wird es uns wirklich dreckig gehen", betont Steffens und verweist darauf, dass die Erde an einem "Kipppunkt" stehe.

Das manifestiert sich nicht zuletzt im besorgniserregenden Artensterben und der Klimaerwärmung, die im 3sat-Themenabend logischerweise nicht ausgeklammert werden. Dennoch betreiben die Macher keine eindimensionale Schwarzmalerei, sondern werfen einen durchaus optimistischen Blick in die Zukunft. Weltweite Aufforstungsprojekte, vertikale Landwirtschaft zur effektiven Flächennutzung und künstliche Wesen zur Pflanzenbestäubung sind nur einige Beispiele, die die Dokumentation vorstellt und unterstreicht: "das wichtigste Thema auf unserem Planeten", wie es der Leiter der Hauptredaktion Geschichte und Wissenschaft, Prof. Peter Arens, nennt, wird angepackt. Das stimmt trotz der kritischen Lage zuversichtlich.

3sat-Themenabend "Rettet die Erde" im Überblick

Der Themenabend "Rettet die Erde" bei 3sat startet am Donnerstag, 27. Februar, um 20.15 Uhr, mit der ersten Folge von "Terra X: Anthropozän – Das Zeitalter des Menschen", "Erde". Im Anschluss folgt um 21 Uhr der erste Teil von "Der 3satThema Talk" mit Gert Scobel, Dirk Steffens und Volker Mosbrugger. Dann zeigt 3sat um 21.15 Uhr die zweite Folge der "Terra X"-Reihe zum Thema Luft und die zweite Hälfte der Diskussionrunde (21.55 Uhr). Den Abschluss des Themenabends bildet "Anthropozän – Das Zeitalter des Menschen: Wasser".

Die drei "Terra X"-Filmbeiträge sind überdies schon ab 26. Februar in der ZDFmediathek abrufbar und werden beginnend am Sonntag, 8. März, 19.30 Uhr, nochmals im sonntäglichen Turnus im ZDF ausgestrahlt. Ergänzend dazu steht die erste Folge "Erde" ab 8. März auf dem YouTube-Kanal "Terra X Natur & Geschichte" zum Abruf bereit. Zu den weiteren Folgen sind ebenfalls Webvideos geplant.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH