Der Filmproduzent Harvey Weinstein wurde in New York von einer Jury der Vergewaltigung und der schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Ihm droht eine lange Haftstrafe.

Eine Geschworenen-Jury in New York hat den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen. Das teilten die Geschworenen dem Obersten New Yorker Gericht nach mehrtägigen Beratungen am Montag mit. Weinstein, der als Produzent Filme wie "Der englische Patient" und "Shakespeare in Love" zu Erfolgen machte, wurden seit 2017 von Dutzenden Frauen sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung vorgeworfen.

In dem Prozess, in dem nun das Urteil der Jury fiel, ging es aber vor allem um die Anschuldigungen von zwei Frauen: Mimi Haley und Jessica Mann. Haley hatte Weinstein vorgeworfen, sie 2006 zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben; Mann sagte aus, sie sei 2013 von Weinstein vergewaltigt worden. Weinstein wurde nun der Vergewaltigung und schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. In einem weiteren Anklagepunkt des "raubtierhaften sexuellen Angriffs" wurde der 67-Jährige hingegen freigesprochen. Weinstein drohen nun fünf bis 25 Jahre Haft. Das Strafmaß wurde noch nicht verkündet und wird für den 11. März erwartet, Weinstein kann noch Berufung gegen die Entscheidung der Jury einlegen.

Der Fall Harvey Weinstein hatte weltweit die MeToo-Bewegung ausgelöst, in deren Folgen sich Frauen gegen sexuelle Übergriffe durch Männer zur Wehr setzten und auf Missbrauch und Vergewaltigung in Hollywood und anderswo aufmerksam machten.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH