Die Arbeit im Jobcenter oder im Sozialamt ist keine leichte. Oft sind die Mitarbeiter hautnah dran an den schwierigen Schicksalen ihrer Kunden.

Es gibt viel zu erledigen in den rund 430 Jobcentern und mehr als 420 Sozialämtern dieser Republik. Immerhin gilt es, ein Versprechen umzusetzen. So hieß es doch in der Wahlwerbung der regierenden CDU unter Bundeskanzlerin Angela Merkel wohlfeil: "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben." Doch mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland sind derzeit auf Leistungen nach SGB II angewiesen. Bekannter und berüchtigter ist es als Hartz IV. Weitere 1,1 Millionen Menschen kämen ohne die Grundsicherung durch die Leistungen der Sozialämter in diesem Lande kaum durch ihren Alltag. Bei vielen von diesen "Leistungsempfängern" sitzt der Frust tief. Weil sie wissen, dass sie nunmehr im unteren Drittel der Gesellschaft angekommen sind. Weil sie wissen, dass ihr erhofftes "gutes Leben" auch von den Urteilen anderer abhängt. Die Autorin Jana Lindner hat im Rahmen von "37°!" Fallmanager und Sachbearbeiter begleitet.

Die Verwalter der Armut von Amts wegen geraten oft in einen Konflikt. Sie sollen Probleme lösen und motivieren. Gleichzeitig sollen sie die staatlichen Zuwendungen bloß nicht ungerecht verteilen. Doch was heißt das im konkreten Einzelfall?

Die 41-jährige Melanie O. beispielsweise agiert in einem besonderen Zwiespalt. Sie ist heute Sachbearbeiterin in der Leistungsabteilung des Jobcenters Berlin Mitte. Zuvor hatte sie selbst Hartz IV bezogen. "Ich kann mich gut in sie hineinversetzen", sagt sie über ihre Klienten. Gleichzeitig weiß die alleinerziehende Mutter, dass mancher mit unlauteren Mitteln hantiert. Dann muss sie durchgreifen. Die Sachbearbeiterin kennt die mitunter unschönen Folgen: "Dann bekomme ich Frust und auch Aggressionen ab."

37°: Zwischen Frust und Hoffnung – Di. 25.02. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH