In der letzten Folge von "Sarah und Pietro: Die ganze Wahrheit" standen die Lombardis nach der Trennung alleine auf der Bühne. Doch nach einem mühseligen Durchgekaue von Eheproblemen hat am Ende die lang erwartete Klärung des Rosenkriegs gefehlt.

Geschenke zu Weihnachten gibt es nicht, nur "etwas von Alessio" für den anderen. Zwar kaufen beide was füreinander, überreichen soll aber das Geschenk für den Partner der zwei Jahre alte Sohn. "Ich finde, ein Sohn muss seiner Mama was schenken", sagt Pietro. Die tränenreichsten Momente scheinen in dieser Folge vorüber zu sein – Sarah zeigt sich immer noch bedrückt, aber das Weinen hält sie zurück.Glücklich mit der Gesamtsituation scheint auch Pietro nicht, obwohl er immer wieder betont, wie erleichternd die Trennung sei, da er "sich sicher sein kann, das ich nicht mit jemandem zusammen bin, der mich betrügt".

Tatsächlich wirkt es wie ein Déjà-vu. Alle Geschichten rund um die versprochenen Offenbarungen sind auch schon in den zwei vorherigen Folgen erzählt worden. Trotz Trennung möchten beide gute Eltern für ihren kleinen Sohn sein. An einem Strang ziehen, auch zu zweit mit Alessio schöne Zeiten verbringen – alles zum Wohl des Nachwuchses. Aber an Weihnachten kommende Woche möchte Pietro nicht am selben Tisch mit Sarahs Familie sitzen. "Das kann ich nicht." Auch wenn dies für ihn bedeutet, Heiligabend ohne seinen Sohn zu verbringen.

Die Enthaltsamkeit des 24-Jährigen dürfte aber verständlich sein. Vermutlich würden die wenigsten Paare zwei Wochen nach der Trennung erpicht darauf sein, mit dem Ex-Partner und dessen Familie an einem Tisch zu sitzen. Auch, wenn es für Sarah völlig in Ordnung wäre, Pietro in der Runde willkommen zu heißen, eingeladen habe sie ihn nicht. "Weil ich mir nicht vorstellen kann, dass er das möchte."

Getrennte Wege

Auch auf der Bühne wollen sich die zwei Sänger nicht mehr über den Weg laufen. Deshalb stehen beide auch an getrennten Tagen in München im TV-Studio für eine RTL 2-Produktion. Es sei schon komisch, geben beide getrennt voneinander zu. Sarah befürchtet, ihr traumatisches Erlebnis aus "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) könnte sich wiederholen. "Ich wurde damals ausgebuht", erzählt die 24-Jährige. "Das hat mich schon sehr verletzt." Zumal sie sich anfangs oft sagen lassen habe, wie sie vor der Kamera reden soll. "Dementsprechend wurde ich anders dargestellt, als ich bin."

Ähnliche Berichte hat es von Kandidaten gegeben, seit es die Castingshow gibt. Auch Sarahs Bedenken, das Publikum könnte seine Meinung zu ihrem Privatleben mit verpönenden Rufen kund tun, wirken nicht abwegig. Pietros Backstage-Beichte, dass er "manchmal so viel Schiss" hat, dass er den Text vergisst, dürften manche ebenfalls noch aus seiner DSDS-Zeit kennen. "Das war damals auch schon so", sagt Pietro selbst. Fazit: Vom Hocker hauen diese Passagen nicht.

Doch weder wird Sarah für ihre Interpretation von Whitney Hustons "I Will Believe" ausgebuht, noch versemmelt Pietro seine Textzeilen zum Michael-Jackson-Cover mit "You Are Not Alone". Bei seinem Auftritt blendet RTL 2 immer wieder Aufnahmen von Sarah und Alessio ein, mit weichem Rand und warmen Farben. Zu Jacksons Zeilen "Everyday I sit and ask myself how did love slip away" sitzt Sarah auf dem Wohnzimmerboden, Alessio tapst in Zeitlupe durch den Bildschirm.

Durchgekautes Eheleben

Bei sanften Gemütern vor dem Fernseher dürfte an dieser Stelle wohl manche Träne geflossen sein. Oder auch nicht – die Aufnahmen stammen aus der ersten Folge, und schon da haben die Bilder keine heißen Informationen vermittelt. Und spätestens als Sarah wieder anfängt, das Haus als die Wurzel des Übels zu entlarven, dürfte man ohne schlechtes Gewissen denken: "Nicht das schon wieder." Bereits beim Auftakt der Sendung wurden der Hausbau und die damit verbundenen Eheprobleme durchgekaut.

Wahrheitsgetreu stellt jedoch der Sprecher in gefühlt jedem dritten Satz fest, dass Sarah und Pietro Lombardi früher alles zusammen gemacht haben und überall zusammen anwesend waren. Den Backstage-Raum suchen, ins Rampenlicht treten, zu Terminen hinfahren, sich um Alessio kümmern: Dies sind nur einige von vielen Aufgaben, die das Paar früher gemeinsam bewältigt hat.

Ob sich wohl viele Paare so nah stehen wie einst die Lombardis? Mag sein: In manchen anderen Beziehungen soll es sogar vorkommen, dass beide den Haushalt machen. Den habe allerdings gewöhnlich Sarah alleine erledigt, ebenso wie Planungen für Termine und Reisen, sagt Pietro.

In Kooperation mit RP ONLINE.