Der Fall Weinstein sei "kein rein amerikanisches Phänomen", gestand Hannes Jaenicke Mittwochabend bei "Maischberger". Vor allem ein deutscher Kollege war gefürchtet.

Der ARD-Film "Meine fremde Freundin" thematisierte am Mittwochabend das derzeit topaktuelle Thema sexuelle Übergriffigkeit und landete damit auch in Sachen Quote ganz vorn: 5,34 Millionen (17,2 Prozent Marktanteil) Zuschauer schalteten das Drama des renommierten Kreativduos Stefan Krohmer (Regie) und Daniel Nocke (Drehbuch) ein.

In der anschließenden Maischberger-Sendung "Sexuelle Nötigung, Lügen und Vorurteile" stellte sich unter anderem Schauspieler Hannes Jaenicke, der im Film einen der Vergewaltigung bezichtigten Macho spielte. Ohne Namen zu nennen, ließ der 57-jährige Schauspieler in der Sendung eine Bombe platzen. Er berichtete von einem offenen Geheimnis in der deutschen Filmbranche, das sich auf die sexuelle Übergriffigkeit von Schauspielern gegenüber Mitarbeiterinnen am Set bezieht.

Vor allem das Verhalten eines mittlerweile verstorbenen Filmstars war gefürchtet. Er kenne Garderobierinnen, so Jaenicke, die sich "nicht allein in den Wohnwagen eines Kollegen trauten. Die gingen da immer zu zweit rein." In der Öffentlichkeit schwiegen sie über die sexuelle Belästigung des Hauptdarstellers, "weil sie ihren Job verlieren konnten. Wenn das ein Star ist, kann der dafür sorgen, dass diese kleine Garderobiere nicht mehr arbeitet, dass diese Maskenbildnerin rausgeschmissen wird."


Quelle: teleschau – der Mediendienst