Streaming-Anbieter

TV-Rechte in der Bundesliga: DAZN will die Nummer 1 werden

Nach der Rechtevergabe in der Bundesliga feiert sich DAZN als Gewinner. Der Streaming-Anbieter zeigt deutlich mehr Spiele als bisher. Fans werden um zwei Abos nun kaum noch herumkommen.

"Die Bundesliga wird an zwei von drei Tagen pro Woche exklusiv auf DAZN zu sehen sein. Es macht uns stolz, allen Fans ab 2021 nun dreimal mehr Bundesliga-Fußball anbieten zu können." Ganz klar, für Thomas de Buhr, Geschäftsführer des Internet-Senders für Deutschland, Österreich und die Schweiz, kommt der Coup im Wettbieten um die Senderechte des deutschen Fußballs einem entscheidenden verwandelten Strafstoß im Elfmeterschießen des Halbfinals gleich. Gegenüber dem Fußballmagazin "Kicker" machte er kein Geheimnis daraus, dass er auch das Finale gewinnen will: DAZN will die Nummer 1 werden. De Buhr: "Das ist unser Ziel, und mit dem neuen Paket sind wir diesem Ziel einen großen Schritt nähergekommen."

Insgesamt 106 Spiele, alle am Freitag und Sonntag, wird DAZN ab der Saison 2021/22 live übertragen. Für vier Jahre. Zur Saison 2025/26 geht das Geschachere dann wieder neu los. Da der britische Streamingdienst ab 2021 auch nahezu komplett die Champions-League überträgt, ist aus der Tochter der in Großbritannien sitzenden Perform Group ein echter Favorit geworden. Das geht vor allem zulasten des Bezahlsenders Sky: Er wird mit insgesamt 200 Bundesliga-Spielen 66 weniger zeigen als bisher und zwar "nur" noch samstags und bei englischen Wochen dienstags und mittwochs. Die 2. Liga läuft live indes weiterhin fast ausnahmslos bei Sky.

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Der Fußballfan kommt an den Pay-TV-Diensten nicht mehr vorbei. Bei den Öffentlich-Rechtlichen wird überhaupt keine Live-Bundesliga mehr zu sehen sein – "Sportschau" (ARD) und "das aktuelle sportstudio" (ZDF) bleiben aber als Zweitverwerter erhalten. Dass SAT.1 immerhin für neun Live-Spiele (darunter die Relegationsspiele) den Zuschlag erhielt, ist zwar eine Überraschung, für den Fan des kostenlosen Live-TV-Fußballs aber eher ein Tropfen auf den heißen Stein.

Den Fan wird auch eher weniger erschüttern, dass die Corona-Krise der Deutschen Fußball-Liga ein wenig die Preise verdarb. "Nur" 4,4 Milliarden Euro spülte der Bietprozess in die Kassen der DFL. Das sind 200 Millionen weniger als bisher und bedeutet, dass erstmals seit 2002 keine Steigerung der Medienerlöse erzielt wurde.

Während Devesh Raj, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sky Deutschland, den Deal trotzig als Beginn "einer neuen Ära des Fernsehens in Deutschland" bezeichnete, sind die Fans wenig begeistert. "Ein Abo ist genug" lautet das Motto einer Internet-Initiative. Neben Protest gibt es auch – dunklen – Humor. FUMS, das Magazin für Fußball und Humor, überspitzte die Entwicklung in einem Instagram-Post und skizzierte die Zukunft des Live-Fußballs so: "Bundesliga-Rechtepaket 2030: Vorberichte in der ARD, 1. Halbzeit bei DAZN, Halbzeitwerbung bei Sky, Halbzeitanalyse bei Netflix, 2. Halbzeit bei Amazon Prime, Nachspielzeit bei Apple TV, Analysen vom Seitenbacher-Mann, Highlights in der Pokemon Go App."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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