Die Zahlen sind schockierend Im Schnitt an jedem dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. In einer ARD-Reportage erzählen zwei von häuslicher Gewalt betroffene Frauen über ihre Tortur.

"Manchmal aber nur manchmal haben Frauen ein kleines bisschen Haue gern", sangen Die Ärzte einst in einem Song – natürlich mit der Ärzte-typischen Ironie. Die Berliner Band sollte den alten Hit vielleicht heute nicht mehr anstimmen. Denn es gibt Zahlen, die absolut erschrecken und kaum mehr Raum für eine auch nur im Ansatz humorvolle Auseinandersetzung mit dem Thema lassen. Partnerschaftsgewalt ist eine der häufigsten Straftaten in Deutschland. Jeden dritten Tag bringt ein Mann seine Frau oder Ex-Frau sogar um – in der Hälfte der Fälle, weil sie ihn verlassen möchte oder bereits verlassen hat. Insgesamt wurden 113.965 weibliche Opfer von Partnerschaftsgewalt in der polizeilichen Kriminalstatistik 2017 erfasst. Die Dunkelziffer aber, so Experten, ist um ein vielfaches höher.

Im Rahmen von "Die Story im Ersten" hat die Autorin Daniela Agostini zwei betroffene Frauen gefunden, die mutig genug waren, über ihre erlebte Tortur frei vor der Kamera zu sprechen. Petra beispielsweise! Sie hielt es 14 lange Jahre bei ihrem prügelnden Ehemann aus. Auch aus Angst um die Kinder hielt sie immer ihre Wange hin. Bis sie grün und blau war. Ihre letzte Rettung war das Frauenhaus. Petra sagt heute: "Ansonsten hätte ich womöglich nicht überlebt."

Doch wie viele Opfer häuslicher Gewalt gibt es wirklich? Nach offiziellen Zahlen sollen in der gesamten Republik lediglich 350 Frauenhäuser mit 6.700 Plätzen für Frauen und ihren Kindern Schutz bieten. Laut der Meinung von Wissenschaftlern und Frauenhilfsorganisationen wären aber mindestens doppelt so viele davon nötig.


Quelle: teleschau – der Mediendienst