Als erster Kandidat hätte Pastor Gotter bei Günther Jauch die Zwei-Millionen-Euro-Frage knacken können. Er verlor die Nerven – und freute sich am Ende trotzdem.

Der Pfarrer hätte auf seinen Vater hören sollen: Beim "Wer wird Millionär?"-Zocker-Special am Dienstagabend hatte Kandidat Lukas Gotter aus Halle an der Saale die Rekordsumme von zwei Millionen Euro so gut wie in der Tasche – zuckte im letzten Moment aber zurück und entschied sich gegen das Zocken. Dabei hatte ihm sein Vater, den er als Telefonjoker einsetzte, die richtige Antwort genannt.

Zuvor hatte ihm Moderator Günther Jauch die Zwei-Millionen-Euro-Frage gestellt: "Wer hat am 31. August 1990 den Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR unterschrieben?" Gotter, Pfarrer einer Freikirche in Halle, musste sich zwischen Wolfgang Schäuble, Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher und Thomas de Maizière entscheiden. Der Vater des Kandidaten, ein ehemaliger Buchhändler, beteuerte am Telefon zweimal, dass es Wolfgang Schäuble gewesen sei – vergeblich.

Sein Sohn ging lieber auf Nummer sicher ("Ich glaube, dass mein Papa Recht hat, aber ich höre auf") und entschied sich statt Rekordgewinn für die hübsche Summe von 750.000 Euro. Als Jauch kurz darauf erklärte, dass sein Vater richtig lag, ging ein Raunen durchs Publikum. Der Pastor freute trotzdem über seinen Gewinn.

Die 750.000-Euro-Frage kurz vorher hatte er noch souverän richtig beantwortet. Jauch wollte wissen, wer seine früheste Kindheit im Dorf Godric's Hollow verbrachte. Der Kandidat war sich schnell sicher, dass es weder Tom Sawyer noch Frodo Beutlin oder James Bond waren, sondern Harry Potter. Mit dem 50:50-Joker, den er noch hatte, sicherte er sich ab – und lag richtig. "Das gibt es nicht!", entfuhr es ihm, bevor er sich auf die Zwei-Millionen-Euro-Frage konzentrierte.

Zuletzt hatte Günther Jauch eine Frage zur extrahohen Gewinnprämie vor sieben Jahren gestellt, ebenfalls in einem "Zocker-Special". Geknackt hat den Mega-Jackpot noch keiner. Dass es am Dienstagabend bei RTL dabei blieb, nahm der Gottesmann Gotter gelassen, er empfindet auch die Dreiviertemillion ganz zu Recht als "Segen". Seine Pläne mit dem vielen Geld klingen übrigens bescheiden: Gotter will einen Teil seiner freikirchlichen Gemeinde spenden. Außerdem plant er, seinen Schwiegereltern einen Gebrauchtwagen abzukaufen. "Sie werden groß empfangen werden in Halle", gab Jauch den Mahner. "Es wird viel an sie herangetragen werden. Und sie werden sehr oft auch 'Nein' sagen müssen."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH