Die fatale Situation der Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen war am Montag Thema bei "Hart aber fair". Kabarettist Florian Schroeder fand sehr deutliche Worte.

"Fluchtziel Europa: Was haben wir aus 2015 eigentlich gelernt?" – So lautete der Titel der jüngsten "Hart aber fair"-Sendung. Wenn es nach dem Kabarettisten Florian Schroeder geht, war es nicht allzu viel: "Ich bin ziemlich schockiert, mit welch einer Kälte wir mit der Situation umgehen, mit einer Gleichgültigkeit", wetterte Schroeder (aktuelles Programm: "Ausnahmezustand") in der Sendung am Montagabend. Er zeigte sich "fassungslos, wie hilflos Europa im Moment agiert" und warf im Talk von Frank Plasberg Europa und Deutschland vor, den eigenen Wertekanon Schritt für Schritt zu unterlaufen: "Wie kann es sein, dass Europa die Augen zu macht und sich auf Erdogan verlässt?" Mit Katrin Göring-Eckardt, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen, wusste Schroeder, der im Ersten mit der Sendung "Die Florian Schroeder Satireshow" zu sehen ist, zumindest in den meisten Diskussionspunkten ein politisches Schwergewicht auf seiner Seite.

Mitunter heftig ging es hingegen im verbalen Schlagabtausch mit einem anderen Gast zur Sache: "Entweder Sie machen es absichtlich, dann ist es einfach entsetzlich und bitter, oder Sie merken es gar nicht, dann ist es doof", machte Florian Schroeder gegenüber Ralf Schuler, dem Chefkorrespondenten im Parlamentsbüro der "Bild"-Zeitung, seinem Ärger Luft. Kern der Kritik waren für Schröder insbesondere die seiner Meinung nach martialischen Worte, die Schuler am Montag bei "Hart aber fair" wählte, um das Vorgehen gegen Flüchtlinge an der EU-Außengrenze in Griechenland zu rechtfertigen. Das käme einem "Kontrollverlust der Sprache" gleich, schimpfte der Kabarettist und fragte um Fassung ringend: "Merken Sie gar nicht, wie sie Unmenschlichkeit einfach salonfähig machen?"

Im Gegensatz zu Göring-Eckardt haute ausgerechnet Florian Schroeder, der Mann, der nicht aus der Politik, sondern aus der Unterhaltung kam, ordentlich auf den Tisch. Auch die Kanzlerin bekam ihr Fett weg. Rückblickend gestand Schroeder ihr zwar zu, dass sie mit ihrem ikonischen Satz "Wir schaffen das" Recht behielt, aber aktuell würde sie sich aus der Verantwortung nehmen: "Sie duckt sich auch in der Diskussion komplett weg."

Dass beim Thema Migration und Flüchtlinge in der Sendung früher oder später auch über die AfD geredet werden würde, war abzusehen. Als Moderator Frank Plasberg schließlich auf CDU-Politiker Friedrich Merz und dessen Pläne zu sprechen kam, zeigte Florian Schroeder erneut klare Kante: "Ich halte es für einen völligen Irrweg zu glauben, man könne die AfD halbieren, indem man sie stellenweise kopiert", lautete Schröders Urteil.

Während sich Florian Schroeder in den Diskussionen der beiden Politikerinnen Göring Eckhardt und Serap Güler (CDU), der Staatssekretärin für Integration im NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, zurückhielt, ging ihm im Dialog mit Journalist Schuler mehrfach die Hutschnur hoch. Dass Schuler von "marodierenden Horden" an den Grenzen sprach, quittierte der Kabarettist wütend: "Sie sprechen martialisch, als seien das Truppen, als seien das Tiere." Schuler hingegen befand: "Jemand, der zivilisiert eine Grenze übertreten will, verhält sich anders."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH