"Erlebnis Erde"

"Wilde Nächte – Wenn Tiere erwachen": Doku zaubert Licht ins Dunkel

von Eric Leimann

Was treiben Tiere eigentlich, während wir schlafen? Der renommierte Tierfilmer Uwe Müller fing in fast völliger Dunkelheit nachtaktive Tiere aus unserer Lebenswelt ein.Seine aufwendige, bilderstarke Dokumentation konnte nur aufgrund modernster Kameratechnik entstehen.

ARD
Erlebnis Erde: Wilde Nächte – Wenn Tiere erwachen
Dokumentation • 09.12.2019 • 20:15 Uhr

Noch vor wenigen Jahren hätte Tierfilmer Uwe Müller diese Dokumentation wohl nicht drehen können – die Technik, in fast absoluter Dunkelheit Bewegtbild auf Festplatten zu bannen, war noch nicht so weit. Mittlerweile gibt es Kameras, die selbst Licht in dunkelste Szenarien bringen: Nachtigall, Glühwürmchen, Steinmarder, Dachs oder Uhu. Es sind jene bis vor kurzem unbekannten Wanderer der Nacht, deren Alltag fern des Tagesrhythmus der meisten Lebewesen der Film "beleuchtet". Dabei zeigt Müller, dass die Nacht eine ganz eigene Lebenswelt mit eigenen Gesetzen ist. Und er schafft – nicht nur dank moderner Technik, sondern auch mit viel Geduld und Gespür für die richtigen Situationen – einen faszinierenden Einblick in das tierische Leben der Nacht, das wie alles, was im Verborgenen geschieht, eine seltsame Faszination auslöst.

Uwe Müller, Jahrgang 1960, ist wie viele seiner Kollegen ein besessener Einzelgänger und akribischer Naturfreak. Beispiel gefällig? Mehr als drei Jahre arbeitete er an seinem hochgelobten Film "Puma – Unsichtbarer Jäger der Anden" (2014), für den er über 360 Drehtage in der grandiosen Landschaft des Torre del Paine Nationalparks in Patagonien auf der Lauer lag. Für am Ende lediglich 43 Filmminuten.

Die Geduld des Thüringers, der bereits vor der Wende im Jahr 1988 in den Westen ausreiste, wurde belohnt: Er filmte Pumas, die ihre Beute reißen. Damals ein Sensationsbild, weil die Tiere extrem scheu sind und mit ihrem goldenen Fell gemeinhin mit der Landschaft verschmelzen. Offenbar ist Müller ein Spezialist darin, Unsichtbares sichtbar zu machen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst
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