Zweiteilige ARD-Doku

"Wo unser Wetter entsteht – Die Alpen": Sven Plöger auf Bergtour

von Rupert Sommer

Für Meteorologen wie Sven Plöger sind die Alpen eine der spannendsten Regionen Europas. Der ARD-Wettermann nimmt die "Wetterküche" in einer zweiteiligen Doku genau unter die Lupe.

ARD
Wo unser Wetter entsteht – Die Alpen (1)
Dokumentation • 15.06.2020 • 20:30 Uhr

Jeder, der schon einmal mit dem Auto oder mit der Bahn einen der vielen langen Tunnels durch den sogenannten Alpen-Hauptkamm befahren hat, kennt das wundersame Phänomen: Auf der Nordseite der Röhre kann düsteres Regenwetter herrschen, auf der anderen Seite im Süden strahlt die Sonne vom klaren Himmel. In den zwei Teilen der neuen ARD-Montagabend-Naturdoku "Wo unser Wetter entsteht – Die Alpen" nimmt Sven Plöger die Besonderheiten der mitteleuropäischen Wetterscheide genauer unter die Lupe. Immerhin bieten die Alpen Anschauungsmaterial, für das man nicht allzu weit reisen muss.

Tatsächlich ist eine der faszinierendsten Auffälligkeiten, dass sich in den Bergen zwischen französischen Seealpen, der Schweiz, Österreich, Bayern, Italien und Slowenien teilweise fünf Vegetationsformen auf engstem Raum nachweisen lassen. Von Höhenmeter zu Höhenmeter ändert sich das Mikroklima. Üblicherweise verteilen sich diese Zonen sonst europaweit vom Nordkapp bis nach Sizilien – über eine Strecke von 5.000 Kilometern. Weil die Gipfelkämme wie ein Riegel wirken, beeinflussen sie den Weg der Hoch- und Tiefdruckgebiete in Mitteleuropa entscheidend mit. Die Alpen sind eine wahre Wetterküche, schwärmt der ARD-Meteorologe. Auch Extremwetter-Phänomene sind hier keine Seltenheit.

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"Warum funktionieren Bergdramen im Kino und Fernsehen so gut?", fragt sich Sven Plöger. "Weil das Wetter im Gebirge um so viel wilder ist als drunten im Flachland." Warum das so ist, zeigt der Fachmann mithilfe aufwendiger Computersimulationen. "Wenn man so will, liegt hier Neapel nur einen kurzen Fußmarsch von der Arktis entfernt", sagt er über die "übereinandergestapelten" Vegetationszonen.

Wie schnell sich im Nahbereich neue Wetterlagen bilden, bekam sein Drehteam dabei am eigenen Leib zu spüren, als bei einem spektakulären Dreh in der Eiger-Nordwand plötzlich das sonnige Wetter umschlug in Schnee- und Graupelschauer. Und das wohlgemerkt bei Dreharbeiten im vergangenen Jahr – mitten im Juli.

Während es in der ersten Folge der meteorologischen Roadshow vor allem um Alpenwetterphänomene wie den Föhn-Wind oder die sogenannte Staulage geht, steht in der zweiten Folge vergleichsweise Ernstes auf dem Programm: Dann beschäftigt sich Sven Plöger am Montag, 22. Juni, ebenfalls um 20.15 Uhr im Ersten mit Auswirkungen des Klimawandels. Dieser trifft viele Alpenregionen mit großer Härte.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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