Rapper der "Fanta 4"

Smudo erklärt: Das kann seine Corona-App Luca

Mit seiner App Luca, die zur Kontaktverfolgung während der Corona-Pandemie entwickelt wurde, ließ Rapper Smudo aufhorchen. Im Interview mit dem ZDF preist er die Vorteile der Tracing-App an und argumentiert gegen Datenschutz-Bedenken.

Zu Beginn der Pandemie galt die Corona-Warn-App als großer Hoffnungsträger zur Durchbrechung von Infektionsketten, aufgrund diverser Fehlermeldungen kehrte bald Ernüchterung ein. Außerdem verfügt sie aktuell – in Kürze ist ein entsprechendes Update geplant – über keine Check-In-Funktion. Eine Lücke, welche die "Luca-App", an der Rapper Smudo als Mitentwickler beteiligt ist, schließen möchte. Jetzt erläuterte das Mitglied der Fantastischen Vier im ZDF-"heute journal up:date", was die App zu leisten imstande sein soll: "Wir kennen das ja, wenn man ins Restaurant geht oder ins Theater: Überall dort, wo Dokumentationspflicht herrscht, sprich, wo man seine Kontaktdaten hinterlassen muss, wird sie diesen Vorgang automatisieren."

Natürlich hat der 53-Jährige als Künstler auch ein persönliches Interesse an einem funktionierenden Einsatz von Luca. Schließlich erzeugt die App, für die Mecklenburg-Vorpommern bereits eine Lizenz erwarb, einen digitalen Fingerabdruck als QR-Code. Dahinter haben Nutzer die Möglichkeit, selbst Daten und Handynummer einzugeben. Mit diesem QR-Code lässt sich dann anonym auch in Restaurants oder Cafés einchecken. "So wandelt man durch die Welt und hat auf seinem Telefon ein Kontakt-Tagebuch, eine Kontakt-Historie", erklärte Smudo.

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Nach einem positiven Test ist es dann eine freiwillige Option, diese Historie für das Gesundheitsamt freischalten zu lassen. So lasse sich nachverfolgen, wo der Infizierte war, und man könne schnell seine Kontakte ermitteln. Im Beispiel des Restaurants würden noch bevor das entsprechende Lokal seine Zustimmung gäbe, alle gleichzeitig Anwesenden gewarnt. Dies würde die Zeit vom Positivtest bis zur Meldung "von bisher fünf, sechs, sieben Tagen auf null bis einen Tag" verkürzen. Laut Smudo ein signifikanter Unterschied. "Nach Infektionen dauert es in der Regel drei, vier Tage bis man die ersten Symptome hat, und dann würde man den Infektionsherd schon früh mit Quarantäne eindämmen können."

Smudo betont: "Die Daten sind sicher"

Wie bereits bei der staatlichen Corona-App, gibt es auch bei der Luca-App Bedenken bezüglich des Datenschutzes, insbesondere aufgrund dessen, dass ein Teil der Daten zentral gespeichert wird. Smudo bezeichnet dies jedoch als üblichen Vorgang. "Wenn sie Internet-Banking machen oder andere Finanzprodukte zum Beispiel, die sind deutlich unsicherer als Luca." Im ZDF-Interview versichert der Rapper: "Die Daten sind sehr sicher, sie sind mehrfach verschlüsselt." Für ein besseres Verständnis bemühte er eine Feuerwehr-Metapher: "Sie können den Feuerwehrschlauch nicht wegkriegen zwischen Feuerwehrwasser-Quelle und Feuer." Teilweise müssten Daten zentralisiert sein, eigene Daten wie auch der Schlüssel der Gesundheitsämter seien ohnehin dezentral verwaltet.

Obwohl auch er als Künstler von den strengen Corona-Beschränkungen hart betroffen ist, bekundet Smudo großen Respekt vor der Haltung der Epidemiologen und Virologen. Die App alleine sei ohnehin nicht die Lösung: "Luca macht Corona nicht weg, auf gar keinen Fall." Aber eine gute Mischung aus Kontakt-Tracing und Testen würde helfen, Voraussetzung dafür seien jedoch niedrige Inzidenzen. Mittelfristig kommen die Beschränkungen der App sogar zugute: "Der Lockdown gibt uns Zeit, Luca richtig einzuführen und mit den Gesundheitsämtern wasserdicht zu machen."

Laut Smudo würde es sich bei Luca um ein lebendiges System handeln, welches auch in der Praxis noch verbessert werden müsste. Schnelligkeit sei jetzt gefragt. Dann liefere die App in Verbindung mit einer fortschreitenden Impfkampagne eine Möglichkeit, "wieder mehr oder weniger kulturelles Leben zu haben".


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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