Kultfigur verabschiedet sich

Abschied unter Tränen: So erlebte Marisa Burger letzten „Rosenheim-Cops“-Dreh

22.01.2026, 09.53 Uhr
Ein Moment, der selbst das Team nicht kaltließ: Der finale Drehtag von Marisa Burger wurde emotionaler, als viele erwartet hatten.
Marisa Burger in ihrer Rolle Miriam Stockl lächelt in die Kamera.
Marisa Burger war seit Anfang an bei den "Rosenheim-Cops" dabei.  Fotoquelle: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Ein einziger Satz reichte jahrzehntelang, um klarzumachen: In Rosenheim ist etwas passiert. Mit ihrem legendären „Es gabat a Leich!“ wurde Miriam Stockl zur unverwechselbaren Stimme der Die Rosenheim-Cops – und Marisa Burger zu einer der prägenden Figuren des ZDF-Vorabends. Nach mehr als 20 Jahren und über 600 Folgen endet nun diese besondere Verbindung. Burgers Abschied bedeutet nicht nur das Ende einer Rolle, sondern den Verlust eines vertrauten Rituals für Millionen Zuschauer – und den Abschied von einem Stück deutscher Fernsehgeschichte.

Letzte Staffel für Miriam Stockl: Darum ist Staffel 25 besonders

Seit dem Serienstart am 9. Januar 2002 ist Marisa Burger das Herz der „Rosenheim-Cops“ – keine Ermittlerin, keine Täterin, aber die Frau, die alles zusammenhält: mit Witz, Charme und dieser unverwechselbaren Schlagfertigkeit, die man nur in Bayern findet. Am 7. Oktober 2025 startete im ZDF die 25. Staffel der Erfolgsserie – Burgers letzte. In ihren finalen 21 Folgen dreht sich alles um den bevorstehenden Abschied der Chefsekretärin Miriam Stockl.

Schon der Staffelauftakt machte den Anfang vom Abschied klar. Kriminalhauptkommissar Anton Stadler (Dieter Fischer, 54) bedankt sich gefühlt pausenlos bei Stockl, lobt sie als „große Hilfe“. Diese organisiert – ganz typisch –Ermittlungsakten, Recherche-Ergebnisse und ein Geburtstagsgeschenk für Frau Stadler gleichzeitig. Bei den „Rosenheim-Cops“ setzt quasi der Abschiedsschmerz ein – und man weiß: diese Frau wird fehlen.

So emotional fällt der Abschied von Miriam Stockl aus

Während im Drehbuch eine Bäckerin mit roter Schürze das Zeitliche segnet („Sie war resch, sie war fesch …“ – „Jetzt nimma“), läuft hinter den Kulissen alles auf den emotionalen Höhepunkt zu. Michi Mohr-Darsteller Max Müller (60), seit Tag eins an Burgers Seite, gestand im Interview mit Ippen.Media, dass er beim letzten gemeinsamen Dreh weinen musste. „25 Jahre sind nicht nichts“, sagte er offen. Auch Kollege Igor Jeftić (53) sprach von einem „Schock“.



Den Sven Hansen-Darsteller verbindet mit Marisa Burger eine über drei Jahrzehnte lange Freundschaft; beide besuchten in den 1990ern dieselbe Schauspielschule. Jeftić und Müller sind davon überzeugt, dass Burgers Ausstieg einen Verlust für die Serie darstelle. Die endgültige Abschiedsszene wird Ende 2026 ausgestrahlt. Eines vorweg: Sie soll „tränenreich“ werden. Für diese besondere Episode durfte OVB-Reporterin Katja Kraft als Komparsin Marisa Burgers „letzte Leiche“ mimen. „So schön steif hat sie dagelegen. Fast wie tatsächlich von hinten erstochen“, schrieb Kraft augenzwinkernd über den Dreh in Kolbermoor.

Das sind die Gründe für Marisa Burgers Ausstieg

Marisa Burgers Ausstieg hat nicht nur kreative Gründe. Sie habe drei Jahre lang mit sich gerungen, sagte sie in der Abendzeitung München. Die Gagen seien mehrfach gekürzt worden, einen Inflationsausgleich habe es – trotz des Erfolges der Serie – nicht gegeben. Zudem erschwerten verkürzte Drehzeiten bei hohem Pensum die Arbeitsbedingungen. Besonders bitter: „Das ZDF hat sich bis jetzt noch nicht zu meinem Abschied geäußert“, so Burger. „Das ist auch ein Statement unserer Branche, was Wertschätzung betrifft.“ Die Schauspielerin blickt dennoch nach vorne: Sie wolle sich „breiter aufstellen“ – neue Rollen, ein Podcast mit Kollegin Solveig Duda (53), vielleicht auch mal Theater.

Rosenheim-Cops ohne Miriam Stockl: So geht es weiter

Die Nachfolge ist laut ZDF-Redaktion bereits geregelt. Ab Staffel 26 rückt Sarah Thonig (33) ins Sekretariat. Sie gehört seit Jahren als Empfangsdame Christin Lange an der Seite von Marianne Grasegger (gespielt von Ursula Maria Burkhardt (64)) zum Ensemble. Damit zieht also eine Jüngere an Stockls Schreibtisch – aber auch eine, die das Team bestens kennt. Und was passiert mit dem legendären Satz? „'Es gabat a Leich!' ist wohl wie kaum ein anderer mit Marisa verknüpft“, sagte Thonig. Ganz streichen möchte man ihn beim ZDF aber offenbar nicht. Es soll „neue dramaturgische Möglichkeiten“ geben, erzählt „mit gewohntem Humor und viel Liebe zum Detail“.

So verabschiedet sich Miriam Stockl endgültig

Chefsekretärin Miriam Stockl wird mit dem Ende der 25. Staffel insgesamt über 600 Folgen lang, und gemeinsam mit Max Müller länger als jede andere Figur, dabei gewesen sein. Zwischen Leichen, Lüftlmalerei und Latte Macchiato blieb sie die schlagfertige Konstante im Chaos. Immer mit dem goldenen Mittelweg zwischen grantig und herzensgut. Publikumsliebling Max Müller brachte es auf den Punkt: „Marisa ist ein Diamant. Wenn man sie nicht zum Leuchten bringt, schadet man sich selbst.“ So wird es am Ende wohl auch vor dem Fernseher viele Tränen geben. Aber wie Frau Stockl sagen würde: „Es gabat halt an Abschied.“

Das könnte dich auch interessieren