Anita Ekberg

War das Sexsymbol der Fünfziger: Anita Ekberg. Vergrößern
War das Sexsymbol der Fünfziger: Anita Ekberg.
Fotoquelle: Denis Makarenko / Shutterstock.com
Kerstin Anita Marianne Ekberg
Geboren: 29.09.1931 in Malmö, Schweden
Sternzeichen: Waage
Gestorben: 11.01.2015 in Rocca di Papa, Italien

Neben Marilyn Monroe und Jayne Mansfield war Anita Ekberg in den Fünfzigerjahren ein typischer blonder Männertraum made by Hollywood. Die nicht übermäßig begabte Schwedin schaffte den Sprung in die Filmbranche relativ leicht, hatte sie doch unübersehbare optische Qualitäten. Kein Wunder, denn als Miss Schweden hatte sie 1950 Schlagzeilen gemacht.

Mit ihrer Aufsehen erregenden Frisur und ihrer blonden Mähne (die ausnahmsweise sogar echt war) zierte sie unzählige Illustrierten-Cover, Fotografen rissen sich darum, sie vor die Linse zu bekommen. "Ekberg the Iceberg" wurde zu ihrem Spitznamen.

Golden Globe als "Most Promising Newcomer"

1956 erhielt sie einen Golden Globe in der Kategorie "Most Promising Newcomer", musste den Preis aber mit Virginia Shaw und Dana Wynter teilen. Immerhin hat man von Anita Ekberg hinterher noch mehr gehört als von den beiden anderen "vielversprechenden Neulingen".

In den frühen Fünfzigerjahren trat sie in der ersten "Late Night Show" überhaupt auf. Zu ihren ersten Filmen zählten "Abbott and Costello go to Mars" (1953) und William Wellmans "Der gelbe Strom" (1955) mit John Wayne und Lauren Bacall. Danach sah man sie in zwei Komödien von Frank Tashlin, beide mit Dean Martin und Jerry Lewis: "Der Agentenschreck" (1955) mit Shirley MacLaine und "Alles um Anita" (1956), in dem sie sich selbst spielte. Auch in dem Monumentalfilm "Krieg und Frieden" (1956) von King Vidor tauchte Anita Ekberg unübersehbar auf. Ihre unvergesslichste Szene allerdings drehte sie in Europa beim großen Federico Fellini in "Das süße Leben". Ihre Badeszene im Brunnen mit Marcello Mastroianni, nach heutigen Maßstäben ein harmloses Geplantsche, wurde damals als aufregend und anrüchig empfunden.

Danach stand sie für eine Episode aus "Boccaccio 70" (1960) noch einmal für Fellini vor der Kamera, und für André de Toth und Leopoldo Savona spielte sie in "Die Mongolen" (1960). Mit der Qualität ihrer Filme ging es nun unaufhaltsam bergab. "Vier für Texas" (1963) von Robert Aldrich hatte zwar viele Stars anzubieten (Frank Sinatra, Dean Martin, Ursula Andress und Charles Bronson), aber - abgesehen vom vielversprechenden Start - kaum Unterhaltungswert. Der Rest der Sechziger- und Siebzigerjahre ist für Anita Ekberg ganz überwiegend von meist immer grauenhafter werdenden Schrottfilmen geprägt. Unter Frank Tashlin war sie noch einmal in der Krimikomödie "Die Morde des Herrn ABC" (1964) zu sehen, mit Jerry Lewis drehte sie 1966 "Das Mondkalb", doch sonst hießen ihre Filme "Siebenmal lockt das Weib" (1967), "Blonde Köder für die Mörder" (1970), "Das Auge des Bösen", "Djangos blutige Spur" (beide 1972), "Geständnis einer Nonne" (1979), "S.H.E." (1980) oder "Weiße Sklavin der grünen Hölle" (1980).

Dritt- bis viertklassige Filme

Wieder war es Fellini, der Anita Ekberg 1986 in "Fellinis Intervista" noch einmal einen Auftritt in einem guten Film gönnte. An der Seite von "Dolce Vita"-Partner Marcello Mastroianni spielte sie sich selbst. Doch dann ging es weiter wie gehabt: mit dritt- bis viertklassigen Filmen à la "Schamlose Angela" (1989). Von ihren letzten Filmen, wie "Le Nain Rouge" (1998), waren in Deutschland kaum noch welche zu sehen.

Am 11. Januar 2015 verstarb Ekberg im Alter von 83 Jahren im italienischen Rocca di Papa unweit von Rom.

Weitere Filme mit Anita Ekberg: "The Mississippi Gambler" (ungenannt), "Eine abenteuerliche Frau" (beide 1952), "Das goldene Schwert" (1953), "Der Mann in der Gruft", "Zarak Khan", "Zurück aus der Ewigkeit" (alle 1956), "Der Sadist", "Falsches Geld und echte Kurven" (beide 1957), "Der Mann ohne Nerven", "Im Zeichen Roms" (beide 1958), "Les trois etc. du colonel" (1959), "Die Hölle am Gelben Fluss", "Anonima cocottes" (beide 1960), "Blumen für die Angeklagte" (1961), "Call Me Bwana" (1963), "Bianco, rosso, giallo, rosa" (1964), "Das Liebeskarussell" (1965), "Das gewisse Etwas der Frauen" (1966), "Gläserne Sphinx", "Scusi, lei è favorevole o contrario?" (beide 1967), "Crónica de un atraco", "Die Cobra", "Malenka" (alle 1968), "If It's Tuesday, This Must Be Belgium", "Un Sudario a la medida" (beide 1969), "Quella chiara notte d'ottobre", "Il Divorzio", "Debito coniugale", "Die Clowns" (alle 1970), "Brennpunkt Seoul" (1972), "Das Tal der tanzenden Witwen" (1975), "Amazon Women" (1979), "Cicciabomba" (1982), "Il Conte Max" (1991), "Cattive ragazze", "Ambrogio" (beide 1992) und "Bambola" (1996).


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