Dieter Wedel

Lesermeinung
Geboren
12.11.1942 in Frankfurt/Main, Deutschland
Alter
78 Jahre
Sternzeichen
Biografie

Bevor er zum unschlagbaren Erfolgsregisseur des neuen deutschen Fernseh-Mehrteilers wurde und mit Filmen wie "Der große Bellheim", "Der Schattenmann" und "Der König von St. Pauli" reussierte, galt Dieter Wedel als einer der engagiertesten Fernsehspiel-Regisseure. Als im Mai 1983 das live-gesendete Fernsehspiel "Das Protokoll" aus der Werkstattbühne Bonn-Beuel abgebrochen wurde, sorgte das für heftige Zuschauerreaktionen. Es ging um eine zweistündige Bühnenfassung von Jochen von Langs "Eichmann-Protokoll".

Verquickung von Senatspolitik, Polizei und Presse

Schon vorher hat Wedel in Fernsehspielen die Verquickung von Senatspolitik, Polizei und Presse in Bremen behandelt oder in den Semmeling-Geschichten mit dem Hausbau-Projekt und einer Urlaubsreise einer deutschen Durchschnittsfamilie auseinandergesetzt. Wedel, Sohn eines Ingenieurs und einer Pianistin, der an der Freien Universitüt Berlin Theaterwissenschaft und Geschichte studiert hat, leitete während seines Studiums die Studentenbühne der FU, inszenierte später im Berliner Amerikahaus und dann am Hebbeltheater.

1967 ging er nach Hamburg zu Dieter Meichsner als Hausregisseur des NDR, 1978 machte er sich selbständig und drehte zahlreiche politisch sozialkritische Fernsehspiele als Regisseur und Produzent. 1980 bis 85 inszenierte er am Hamburger Thalia-Theater unter anderem William Shakespeares "Macbeth" und Marcel Pagnols "Frau des Bäckers".

Bescheidenheit ist nicht Wedels Ding: Bei Dreharbeiten bemüht er sich häufig, alles genau von oben im Blick zu haben. Am Set wirkt er wie ein Dirigent und alles muss bei ihm funktionieren – wie auf dem Truppen-Übungsplatz. Dennoch: Den Filmen sieht man die militärische Strenge nicht an, die wirken, als seien sie mit Gefühl und Empfinden gemacht.

Schwere Vorwürfe gegen Wedel

Im Januar 2018 hatten mehreren Schauspielerinnen im Zuge der MeToo-Debatte schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur erhoben. Wedel selbst wies alle Anschuldigungen vehement zurück.

Weitere Regiearbeiten von Dieter Wedel: "Einmal im Leben" (1972), "Tatort - Ein ganz gewöhnlicher Mord" (1973), "Eintausend Milliarden" (1974), "Alle Jahre wieder" (1976), "Das Rentenspiel" (1977), "Schwarz Rot Gold - Alles in Butter" (1982), "Schwarz Rot Gold - Unser Land" (1982), "Schwarz Rot Gold - Nicht schießen!" (1985), "Wilder Westen inclusive" (1988), "Die Affäre Semmeling" (2001), "Papa und Mama", "Papa und Mama - Ein Jahr später" (biede 2005), "Mein alter Freund Fritz" (2006), "Gier" (2010).

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