Golshifteh Farahani

Golshifteh Farahani
Geboren: 10.07.1983 in Teheran, Iran
Sternzeichen: Krebs

Sie gehörte zu den gefeierten Darstellerinnen in ihrem Heimatland Iran, bis sie wegen ihres Auftrittes in Ridley Scotts Hollywood-Drama "Der Mann, der niemals lebte" (2008) Probleme mit den Behörden bekam, die ihr sogar der Zusammenarbeit mit der CIA beschuldigten: Golshifteh Farahani, die seitdem in ihrer Wahlheimat Paris lebt. Die Tochter des Schauspielers und Theaterregisseurs Behzad Farahani und Schwester der etablierten Schauspielerin Shaghayegh Farahani wurde Golshifteh Farahani in Teheran geboren und machte bereits in jungen Jahren eine Musikausbildung. Eigentlich sollte sie ihr Studium am Wiener Konservatorium fortsetzen, aber stattdessen entschied sie sich für die Schauspielerlaufbahn.

Bereits im zarten Alter von nur sechs Jahren stand sie erstmals auf iranischen Bühnen, was sicher auch dem Einfluss ihres Vaters zu verdanken ist. In ihre erste Kinorolle schlüpfte sie schließlich als 14Jährige in Dariush Mehrjuis "Derakhte Golabi", für die sie auf Anhieb mit dem mit dem Crystal-Simorgh-Preis als beste Darstellerin in der internationalen Sektion des 16. Fajr Film Festival in Teheran ausgezeichnet wurde. Weitere Filmarbeiten wie Farzad Motamens "Haft Pardeh" (2000), Hamid Reza Salahmands "Zamaneh" (2001), Mamad Haghighats Drama "Deux fereshté", Hamid Nematollahs Drama "Boutique" (beide 2003), Nacer Khemirs "Bab'Aziz" (2005) und Ebrahim Hatamikias "Be name pedar" (2006) folgten, denen hierzulande kein großer Nachhall beschert war.

Erst mit ihrem Auftritt in Bahman Ghobadis "Half Moon" (2006), ein Mix aus Drama und Roadmovie um die Schwierigkeiten, mit denen Künstler im Iran konfrontiert sind, war Golshifteh Farahani auch in Deutschland endlich in einer größeren Rolle zu bewundern. Im Iran wurde Ghodabis Werk, das 2006 auf dem Filmfestival in San Sebastian die Goldene Muschel gewann, allerdings kurz nach der Uraufführung aufgrund seiner politischen Brisanz verboten. Und nach ihrem Auftritt neben Leonardo DiCaprio und Russell Crowe in dem oben bereits erwähnten "Der Mann, der niemals lebte" war die schöne Perserin auch in Deutschland in aller Munde.

Ihr letzter im Iran gedrehter Film war schließlich 2009 das Drama "Alles über Elly" von Asghar Farhadi, das unter anderem mit dem Silberner Bären der Filmfestspiele von Berlin ausgezeichnet wurde. Farhadi erzählt darin die Geschichte einer Gruppe von Freunden, die sorglos in einen Kurzurlaub startet, der allerdings nach einem unvorhergesehenen Ereignis in einen Sog aus gegenseitigem Misstrauen und Unterstellungen gerät, dem sich scheinbar niemand entziehen kann. Gut gespielt und sorgsam inszeniert, zeigt Farhadi, dass selbst die besten Beziehungen durch ein Schlüsselerlebnis zerbrechen können. Zwar will Farhadi seine Regiearbeit nicht als Kritik an der iranischen Gesellschaft verstanden wissen, die von staatlicher Repression und dem Rückzug ins Private gekennzeichnet ist, doch die Auseinandersetzungen und das Frauenbild gerade im zweiten Teil seines Werkes zeigen die Widersprüche schonungslos auf.

Zwei Jahr später besetzte die ebenfalls aus dem Iran stammende Filmmacherin und Comic-Zeichnerin Marjane Satrapi ("Persepolis") die schöne Golshifteh in ihrer nicht immer überzeugenden Tragikomödie "Huhn mit Pflaumen" (2011), in dem sie Irâne verkörpert, die große unerfüllte Liebe des in seiner iranischen Heimat als großer Violonist bekannte Nasser Ali Khan alias Mathieu Amalric. Dagegen verkörpert Farahani in Rachid Boucharebs "Just Like a Woman", ein prächtig eingefangener Mix aus Drama und Roadmovie, die junge, zwangsverheiratete Marokkanerin Mona, die sich in Chicago der kleinen Büroangestellten Marilyn (Sienna Miller) anschließt, um an einem Wettbewerb für orientalischen Tanz in Las Vegas teilzunehmen … Für diese Rolle wurde Golshifteh Farahani auf dem TV-Festival in La Rochelle als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Weitere Filme mit Golshifteh Farahani: "Jayi digar" (2003), "Ashk-e sarma" (2004), "Mim mesle madar", "Gis Borideh", "Mahiha ashegh mishavand" (alle 2006), "Santouri" (2007), "Shirin", "Divar", "Hamisheh paye yek zan dar mian ast" (alle 2008), "Si tu meurs, je te tue", "There Be Dragons" (beide 2011), "Stein der Geduld" (2012), "My Sweet Pepperland" (2013).

Foto: arte F/Roger Arpajou/3B Productions


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