Geostorm
19.04.2020 • 20:15 - 22:15 Uhr
Spielfilm, Katastrophenfilm
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Geostorm
Produktionsland
USA
Produktionsdatum
2017
Altersfreigabe
12+
Kinostart
Do., 19. Oktober 2017
Spielfilm, Katastrophenfilm

Missglückter Katastrophenfilm

Von Gabriele Summen

Gerald Butler verhindert den Klimawandel in dem desaströs gescheiterten Sci-Fi-Thriller "Geostorm". ProSieben zeigt das Regie-Debüt von Dean Devlin als Free-TV-Premiere.

Bis zum Ausbruch der Corona-Krise waren Greta Thunbergs Fridays-For-Future Bewegung sowie deren Ziele ein großes mediales Thema. Die Jugend ging gegen den Klimawandel auf die Straße, musste angesichts der Pandemie ihren Kampf aber vorerst ins Internet verlegen. Manchmal machen sich sogar schon die ganz Kleinen Gedanken ums Klima. Auf diese Weise entstand die Idee zum Katastrophenfilm "Geostorm", den ProSieben nun als Free-TV-Premiere zeigt. Als Regisseur Dean Devlin seiner damals sechsjährigen Tochter erkärte, was es mit dem Klimawandel auf sich habe, entgegnete sie: "Warum baut man denn keine Maschine, die das alles reparieren kann?" – Die naive Frage seines Kindes beantwortete Devlin in seinem Film.

Der Sci-Fi-Thriller, der thematisch durchaus Potenzial gehabt hätte, spielt in der nahen Zukunft: Nachdem eine beispiellose Serie von Naturkatastrophen die Erde beinahe zerstört hat, tun sich die Regierungschefs der Welt zusammen und lassen zum Schutz das pfiffige Satellitensystem "Dutch Boy" installieren, mit dem das Wetter kontrolliert werden sollte. Doch nach drei erfolgreichen Jahren beginnt das System, das die Erde eigentlich schützen soll, aus dem Ruder zu laufen.

Der wegen seiner Aufsässigkeit entlassene geniale Erfinder und einstige ISS-Chef-Koordinator von "Dutch Boy" Jake Lawson (Gerard Butler) wird zur Hilfe gerufen, um den Defekt zu beheben. Für den gefährlichen Job muss er sich aber wieder mit seinem verhassten jüngeren Bruder Max (Jim Sturgess) arrangieren, der den Querulanten als sein Boss vordem entlassen hat. Neben dem simplen Bruderzwist wirken auch alle anderen Konversationen wie aus einer Gratis-Dialog-Bank für B-Movie-Katastrophenfilme zusammengeklaubt.

Politischer Komplott und Weltuntergangsstimmung

Jake, der sich zwischenzeitlich um seine clevere Tochter Hannah (Talitha Bateman) gekümmert hat – die die mit Abstand glaubwürdigste Performance des recht illustren Casts abliefert – lässt sich nicht lange bitten. Auf der ISS-Raumstation, die von der deutschen Astronautin und Jakes baldigem, platonischem Love Interest Ute Fassbinder (Alexandra Maria Lara) geleitet wird, erkennt das Raubein rasch, dass hinter dem heraufziehenden Inferno viel mehr steckt als ein zufälliger Schaden an den Satelliten im All.

Zeitgleich kommt sein kleiner Bruder auf der Erde, gemeinsam mit seiner heimlichen Verlobten, der Secret-Service-Agentin (Abbie Cornish), einem politischen Komplott im Weißen Haus auf die Spur. Der Präsident der USA, Andrew Palma (Andy Garcia), soll ausgeschaltet werden. Die Lage spitzt sich weiter zu. "Dutch Boy" richtet immer mehr Schäden an. Unschuldige Touristen in Moskau müssen beim Selfie-Machen entsetzt erkennen, dass der schöne weiße Schnee auf der Kirchturmspitze hinter ihnen rasant schmilzt, bevor das Gotteshaus in Flammen aufgeht.

Lustlose CGI-Effekte

Zudem zieht ein beinahe alles vernichtender Geostorm auf, und die Raumstation ist unaufhaltsam dabei, sich selbst zu zerstören. Den beiden Brüdern bleibt natürlich nur noch viel zu wenig Zeit, um die Katastrophe aufzuhalten. So beschließt Max gemeinsam mit seiner toughen Geliebten, den Präsidenten zu entführen, der als Einziger mit seinen Fingerabdrücken die Killcodes auslösen kann.

Leider ist bei diesem Sci-Fi-Thriller nicht nur die Handlung äußerst hanebüchen, der Soundtrack nervig und die Schauspielkunst dementsprechend. Auch viele der CGI-Effekte wirken billig und lustlos am Computer zusammengebastelt. Einzig eine Sequenz zu Beginn des Films, als der Satellitenexperte Cheng (Daniel Wu) in seinem winzigen Smart vor einer Serie unterirdischer Gasexplosionen flieht, kann man als gelungen bezeichnen.

Geostorm – So. 19.04. – ProSieben: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Der Trailer zu "Geostorm"

Darsteller

Die Rolle des Spartanerkönigs Leonidas machte Gerard Butler über Nacht bekannt.
Gerard Butler
Schauspielerin Abbie Cornish.
Abbie Cornish
Mal zart, mal hart: Ed Harris.
Ed Harris
Ihm liegt jede Rolle - Charmebolzen und Böswicht: Andy Garcia
Andy Garcia
Auch international erfolgreich: Alexandra Maria Lara.
Alexandra Maria Lara
Weitere Darsteller
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