Jake Lawson (Gerard Butler) und ISS-Astronautin Ute Fassbinder (Alexandra Maria Lara) verfolgen äußerst besorgt die fatalen Auswirkungen des fehlgeleiteten Satellitensystems.
Der Sci-Fi-Thriller "Geostorm" von Dean Devlin setzt sich mit dem Klimawandel auseinander.

Geostorm

KINOSTART: 19.10.2017 • Action • USA (2017) • 109 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Geostorm
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
USA
Budget
120.000.000 USD
Einspielergebnis
65.400.000 USD
Laufzeit
109 Minuten
Regie

Filmkritik

Ein missglückter Katastrophenfilm
Von Gabriele Summen

Mit seinem Film "Geostrom" hat Regisseur Dean Devlin ein Werk geschaffen, das Katastrophenfilm und politischer Thriller zugleich ist.

Mehrere Hurrikans richteten in den vergangenen Wochen große Verwüstungen an, der Monsun in Indien und Nepal erreichte in diesem Jahr Rekordausmaße. Und die abnehmende Schnee- und Eisbedeckung in der Arktis ist Dauerthema in den Medien. Kein Wunder also, dass sich schon die Allerkleinsten um den Zustand unseres Planeten sorgen. Regiedebütant Dean Devlin wurde von seiner sechsjährigen Tochter gefragt, was es mit dem Klimawandel auf sich habe. Mit seiner Antwort offenbar nicht ganz zufrieden fragte sie ihren Vater, der als Drehbuchautor an Stoffen wie dem ersten "Independence Day"-Film und "Godzilla" beteiligt war: "Warum baut man denn keine Maschine, die das alles reparieren kann?" Die Grundidee des Sci-Fi-Thrillers "Geostorm" war geboren.

Der Katastrophenfilm, der thematisch durchaus Potenzial gehabt hätte, spielt in der nahen Zukunft: Nachdem eine beispiellose Serie von Naturkatastrophen die Erde beinahe zerstört hatte, taten sich die Regierungschefs der Welt zusammen und ließen zum Schutz das pfiffige Satellitensystem "Dutch Boy" installieren, mit dem das Wetter kontrolliert werden konnte. Doch nach drei erfolgreichen Jahren beginnt das System, das die Erde eigentlich schützen soll, aus dem Ruder zu laufen: Zunächst erstarrt ein Dorf und mit ihm seine Einwohner in Afghanistan zu Eis.

Wie aus einer Gratis-Dialog-Bank für B-Movie-Filme

Der wegen seiner Aufsässigkeit entlassene geniale Erfinder und einstige ISS-Chef-Koordinator von "Dutch Boy" Jake Lawson (Gerard Butler), der das Satellitensystem in- und auswendig kennt, wird zur Hilfe gerufen, um den Defekt zu beheben. Für den gefährlichen Job muss er sich aber wieder mit seinem verhassten jüngeren Bruder Max (Jim Sturgess) arrangieren, der den Querulanten als sein Boss vordem entlassen hat. Der sich durch den Film ziehende Bruderzwist bis hin zur voraussehbaren Versöhnung ist reichlich simpel inszeniert. Aber auch alle anderen Konversationen wirken wie aus einer Gratis-Dialog-Bank für B-Movie-Katastrophenfilme zusammengeklaubt.

Jake, der sich zwischenzeitlich um seine clevere Tochter Hannah (Talitha Bateman) gekümmert hat - die die mit Abstand glaubwürdigste Performance des recht illustren Casts abliefert - lässt sich nicht lange bitten.

Auf der ISS-Raumstation, die von der deutschen Astronautin und Jakes baldigem, platonischem Love Interest Ute Fassbinder - Alexandra Maria Lara in ihrer bislang schlechtesten Rolle - geleitet wird, erkennt das Raubein rasch, dass hinter dem heraufziehenden Inferno viel mehr steckt als ein zufälliger Schaden an den Satelliten im All.

Zeitgleich kommt sein kleiner Bruder auf der Erde, gemeinsam mit seiner heimlichen Verlobten, der Secret-Service-Agentin (Abbie Cornish), einem politischen Komplott im Weißen Haus auf die Spur. Der Präsident der USA, Andrew Palma (Andy Garcia), soll ausgeschaltet werden. Die Lage spitzt sich weiter zu.

"Dutch Boy" richtet immer mehr Schäden an, Monsunwinde trennen in Indien nicht nur einen süßen Jungen von seinem Hund, nein, unschuldige Touristen in Moskau müssen beim Selfie-Machen entsetzt erkennen, dass der schöne weiße Schnee auf der Kirchturmspitze hinter ihnen rasant schmilzt, bevor das Gotteshaus in Flammen aufgeht.

Zudem zieht ein beinahe alles vernichtender Geostorm auf, und die Raumstation ist unaufhaltsam dabei, sich selbst zu zerstören. Den beiden Brüdern bleibt selbstverständlich nur noch viel zu wenig Zeit, um die Katastrophe aufzuhalten. So beschließt Max gemeinsam mit seiner toughen Geliebten, den Präsidenten zu entführen, der als Einziger mit seinen Fingerabdrücken die Killcodes auslösen kann.

Handlung hanebüchen, Soundtrack nervig

Leider ist bei diesem Sci-Fi-Thriller nicht nur die Handlung äußerst hanebüchen, der Soundtrack nervig und die Schauspielkunst dementsprechend. Auch viele der CGI-Effekte wirken billig und lustlos am Computer zusammengebastelt. Einzig eine Sequenz zu Beginn des Films, als der Satellitenexperte Cheng (Daniel Wu) in seinem winzigen Smart vor einer Serie unterirdischer Gasexplosionen flieht, kann man als gelungen bezeichnen.

So kann man selbst Fans von Filmen wie "Independence Day" und "San Andreas" diesen katastrophalen Katastrophenfilm kaum guten Gewissens empfehlen.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

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