Ein vermeintlicher Serienkiller gesteht 23 Morde – nur eine Polizistin zweifelt, ob er wirklich der Täter ist. Nach vier Jahren in der Mottenkiste von SAT.1 verhilft der neue Streamingdienst Joyn der Crime-Serie "23 Morde" zur Premiere. 

Die Sektkorken knallen, es wird sich zugeprostet, die Stimmung ist gelöst wie lange nicht beim Berliner BKA. Gerade wurde Max Rapp (Franz Dinda) verurteilt, der sich für 23 Morde geständig zeigte. Nur Tara Schöll (Shadi Hedayati) hängt abseits der Jubeltraube ihren Gedanken nach. Obwohl der Serienkiller sich in allen Fällen schuldig bekannte, fehlen in so manchem der brutalen Morde eindeutige Indizien, die Rapp als Täter ausweisen. Grund genug für die ehrgeizige Ermittlerin, noch einmal alle Steine umzudrehen und so möglicherweise den wahren Verbrecher zu enttarnen. Dumm nur, dass sie dafür in der neuen Crime-Serie "23 Morde" ausgerechnet auf die Hilfe von Rapp persönlich bauen muss. Joyn, der seit Juni verfügbare Streamingdienst von ProSieben und SAT.1, zeigt die sechs Episoden des Krimis ab 19. August.

Als Tara bei ihren Nachforschungen enthüllt, dass Rapp für einen der Morde ein eindeutiges Alibi hat, entscheidet sich ihr Chef (Wilfried Hochholdinger) widerwillig dazu, den Verbrecher als Berater hinzuzuziehen – unter strengster Geheimhaltung versteht sich. Zwar verhält sich Rapp gegenüber den Beamten arrogant und besserwisserisch, doch selbst Henry Kloss (Bernhard Piesk), der mit Tara eine heimliche Liaison hat, muss anerkennen: Rapp kann sich wie kein anderer in die Motive des wahren Mörders hineinversetzen. Doch dann wird erneut eine Frau tot aufgefunden, eine weitere entführt. Ob Rapp etwas damit zu tun hat?

Beamte werden nach Fehlschlägen erst einmal in den Urlaub geschickt, eine Liebesgeschichte zwischen Kollegen unter vorgehaltener Hand und ein Täter, der am Ende vielleicht doch keiner ist – die Serie der Regisseure Felix Herzhogenrath und Edzard Onneken erfindet das Rad gewiss nicht neu. Trotzdem bieten die Episoden eine spannende Handlung und insbesondere mit Franz Dinda auch überzeugende Darsteller.

Insgesamt wirkt "23 Morde" dennoch etwas dem aktuellen Zeitgeist hinterher – was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass die Serie bereits 2015 fertiggestellt wurde. Zur TV-Ausstrahlung reichte es jedoch bis dato nicht, weil SAT.1 den Stoff als zu düster und hart für die Zuschauer empfand. Mit vier Jahren Verspätung erhoffen sich die Macher nun eine erfolgreiche Premiere bei Joyn.


Quelle: teleschau – der Mediendienst