Nach dem Eklat um Clemens Tönnies kehrt bei Schalke 04 keine Ruhe ein. Beim Spiel im DFB-Pokal setzten die Fans ein klares Zeichen. Auch Peter Lohmeyer hat auf den Fall reagiert.

Nach der sportlichen Talfahrt der vergangenen Saison wollten die Königsblauen endlich wieder für positive Schlagzeilen schreiben. Doch der Bundesliga-Start am kommenden Wochenende wird derzeit vom Rassismus-Eklat um Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und die Fanproteste beim DFB-Pokalspiel überschattet. Für Schauspieler und "Edelfan" Peter Lohmeyer waren die Aussagen Tönnies' Grund genug, aus dem Verein auszutreten. Gegenüber dem Fußball-Fachmagazin "11 Freunde" erklärte der 57-Jährige: "Schalke 04 war immer ein Vorreiter im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus, und darauf war ich immer sehr stolz. Jetzt wird das durch den Metzger infrage gestellt, und das macht mich sauer – und traurig!"

Angesprochen auf den Vereinsgrundsatz, dem Rassismus die rote Karte zu zeigen, legte Lohmeyer nach: "Wer gegen dieses Leitbild verstößt, ist kein Schalker!" Er sei der Meinung, Tönnies hätte als einzig mögliche Konsequenz seinen Rücktritt bekanntgeben sollen: "Das hätte seine letzte große Tat für Schalke sein können, denn damit hätte er vom Verein eine große Last genommen." Stattdessen warf der Schauspieler dem Schalke-Boss vor, er würde mehr an sich, denn an den Klub denken. Auch an Sportvorstand Jochen Schneider, der eine Hetzjagd auf Tönnies befürchtete, ließ Lohmeyer kein gutes Haar: "Das ist absurd, weil dadurch aus dem Täter ein Opfer gemacht wird."

Beim Tag des Handwerks in Paderborn hatte Clemens Tönnies in der vergangenen Woche eine Rede gehalten. Statt im Kampf gegen den Klimawandel Steuern zu erhöhen, forderte er die Finanzierung von jährlich 20 Kraftwerken in Afrika. Dazu sagte der Fleischfabrikant: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."


Quelle: teleschau – der Mediendienst