Schon jetzt stehen vor allem in ländlichen Regionen viele Arzt-Praxen leer. Eine ZDF-Reportage hat Ärzte begleitet und hinter die Kulissen geblickt.

Schon jetzt stehen in Deutschland mehr als 2.600 Praxen leer. Und es droht sogar ein ärztlicher Notstand. Denn bis 2021 scheiden nochmals 10.000 Ärzte aus. Betroffen vom Ärztemangel sind schon jetzt vor allem die ländlichen Regionen. Der Medizin-Nachwuchs scheut die Provinz und die kleinen Städte. Aufgrund des demografischen Wandels müssen tausende Patienten wohl bald ohne hausärztliche Versorgung auskommen. Oder wegen einer nur einfachen Erkrankung die Strapazen einer sehr langen Anreise auf sich nehmen.

"Notfall Hausarzt" ist die Reportage von Frauke Siebold überschrieben, die nun im Rahmen von "37°" im ZDF zu sehen ist. Begleitet wird darin unter anderem die Landärztin Uta Haufe. Die 63-Jährige möchte ihre Praxis in Leuben in Sachsen abgeben. Gesundheitliche Gründe zwingen sie zu diesem Schritt, doch sie findet keinen Nachfolger. Fehlt in Leuben alsbald jegliche hausärztliche Betreuung, so wie es in den umliegenden Orten bereits geschehen ist? Uta Haufe ist verzweifelt: "Die Angst der Patienten ist so groß, dass ich mit einem richtig schlechten Gewissen aufhöre." Sie setzt ihre letzte Hoffnung in die Kassenärztliche Vereinigung. Diese soll doch noch einen Interessenten für ihre Dorfpraxis vermitteln.

Ähnlich wie der Hausärztin ergeht es Michael Achenbach. Im nordrhein-westfälischen Plettenberg kümmert der 50-Jährige sich um mehr als 4.000 Kinder und Jugendliche. Schon jetzt ist sein Pensum kaum zu schaffen. Drastisch wird die Situation, als in den Nachbarorten zwei weitere Kinderärzte ihre Praxen schließen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst