Anlässlich des 80. Todestags des "Vaters der Türken" Mustafa Kemal am 10. November würdigt die Dokumentation den türkischen Reformator und Reformer, fragt aber auch nach dem Völkermord an den Armeniern.

Sein Denkmal steht in jeder türkischen Stadt, er war der Begründer der modernen Türkei und von 1923 bis 1938 deren erster Staatspräsident. "Atatürk", "Vater der Türken", wie sich der 1881 im damals osmanischen Saloniki geborene Mustafa Kemal Pascha nach einem umfassenden Reformprogramm nannte, revolutionierte das einstige osmanische Reich und führte ein zutiefst rückständiges Land in die Moderne.

In nur 15 Jahren setze er seine Reformen nach westlichem Vorbild durch. Er beseitigte die Vielehe und ersetzte sie durch die Gleichberechtigung von Mann und Frau, führte das Zivilrecht ein, setzte eine umfassende Sprach- und Schulreform durch und verbot mit seiner "Hutreform" auch noch die herkömmlichen Kopfbedeckungen wie Turban und Fez. Die ARTE-Dokumentation "Atatürk – Visionär, Revolutionär, Reformer" von Monika Czernin (ZDF) zeichnet anlässlich des 80. Todestags am 10. November den Lebensweg des großen Staatsmannes nach.

Der tiefschürfende und spannende Beitrag fragt aber auch danach, was Atatürk von der Vertreibung und vom Völkermord an den Armeniern wusste. Viel mehr als eine Randnotiz: In den Spielszenen wird der Staatsmann von "Kommissar Pascha"-Star Tim Seyfi verkörpert. Sehenswert!


Quelle: teleschau – der Mediendienst