Die Auszeichnung als "Beste Serie" bei den International Emmy Awards im vergangenen Jahr ließ aufhorchen. Dennoch ist die prämierte zweite Staffel des norwegischen Polit- und Medienthrillers "Mammon" vorerst nicht mehr im Ersten zu sehen, sondern bei ARTE (immer donnerstags, in Doppelfolgen). Es ist ja auch kein ganz leichter Stoff.

Die erste Staffel von "Mammon" um den kantigen Journalisten Peter Verås (Jon Øigarden) erzielte mit einer dreitägigen Eventprogrammierung zum Neujahrsanfang 2015 im Ersten kaum den erhofften Erfolg. Es reichte nur zu einem eher durchschnittlichen Marktanteil von 11,1 Prozent. Und das auf dem für skandinavische Krimikost doch etablierten Sendeplatz sonntags, um 21.45 Uhr. Zu sperrig jedoch blieb dem Zuschauer der Zugang in ein dicht verwobenes Netz aus Betrug und Lügen. Zudem wirkte ein zu finster gezeichnetes Norwegen Noir vielen zu kalt und damit abweisend.

Auch für die nun bei ARTE zu sehenden acht Folgen der zweiten Staffel braucht der Zuschauer zunächst viel Aufmerksamkeit und Geduld. Die Serie beginnt mit der spektakulären Ermordung des Journalisten Thorgrim Hammern (Pål Christian Eggen) zwar mit einem Knalleffekt, verstrickt sich mit Rückblenden und der Einführung zahlreicher Figuren in Wendungen, denen nicht einfach zu folgen ist. Schließlich dreht die Handlung in einen handfesten Polit-Streit zwischen dem Premierminister Norwegens und dessen Finanzminister und behandelt die Frage, wie die Pressefreiheit geschützt werden kann.

Vor allem im norwegischen Fernsehen erzielte "Mammon" einen überragenden Zuspruch und erreichte Marktanteile von bis zu 55 Prozent. Dennoch sah sich die staatliche Rundfunkgesellschaft NRK nicht in der Lage eine weitere Staffel zu produzieren. Begründung des Senders war, dass man lediglich zwei oder drei große Serienprojekte pro Jahr finanzieren könne.


Quelle: teleschau – der Mediendienst