Im Actionwestern "Die Unbeugsame – Jane Got A Gun" bittet eine Frau (gespielt von Natalie Portman) ihren Ex-Freund darum, ihren Ehemann vor einer Bande von Killern zu beschützen.

Es ist ein ambitioniertes Projekt, das Oscargewinnerin Natalie Portman mit "Jane Got A Gun" (2015) auf den Weg bringen wollte. Ein femininer Western sollte der Film werden, eine Hommage an all die starken Frauen, die sowohl in der Literatur über die Besiedlung des Westens als auch in den Filmen meistens Randnotizen blieben. Lynne Ramsey ("We Need to Talk About Kevin") sollte Regie führen, doch nach Querelen mit dem Studio stieg sie aus. Auch einige der geplanten Darsteller sprangen ab. Überhaupt war die Vorbereitung des Films von allerlei Streitigkeiten geprägt. Schließlich hat Gavin O'Connor ("Warrior", "The Accountant") die Regie übernommen. Das Erste zeigt nun das enttäuschende Resultat in einer TV-Premiere zu später Stunde.

Portman spielt eine Frau, die irgendwo in der Abgeschiedenheit des New Mexico Territory mit ihrem Mann Bill Hammond (Noah Emmerich) und ihrer Tochter das Leben von Pionieren führt. Ein hartes Dasein. Als Janes Gatte eines Tages schwer verletzt nach Hause kommt, bringt er die Vergangenheit mit. Und mit der hat Jane noch eine Rechnung offen.

Sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand, will es auf keinen Fall dem Bordellbesitzer John Bishop (Ewan McGregor) und seinen Banditen überlassen. Hilfe sucht und bekommt Jane nach einigem Widerstand von ihrem Ex-Lover: Dan Frost (Joel Edgerton) ist ein Guter und Jane trotz schwieriger Vergangenheit noch immer in Liebe zugetan. Zusammen bereiten sie sich auf einen Showdown vor, bei dem es eigentlich keine Überlebenden geben dürfte.

Dass eine Frau im Mittelpunkt eines Westerns steht, ist durchaus löblich. Nur hat Jane keineswegs die Hosen an, sondern sie ziemlich voll. Anstatt sich zu emanzipieren, legt sie ihr Schicksal doch wieder in die Hände eines Mannes: Dan hat die titelgebenden "Guns", mit denen Jane dann doch nicht umzugehen weiß. Hätte das Drehbuch etwas mehr Wert auf die Beweggründe der Figuren gelegt und sich mit ihren biografischen Brüchen und inneren Verletzungen auseinandergesetzt, dann wäre "Jane Got A Gun" vielleicht ein spannender Film geworden. Aber statt sich ernsthaft mit den Konflikten zu beschäftigen, werden sie in rührseligen Rückblenden banalisiert.

"Jane Got A Gun" ist ein ziemlich konventioneller und belangloser Film, der nur so tut, als wäre er ein Western. Auch wenn es hart klingt: Der Film hat zu viele Rosamunde-Pilcher-Momente, inklusive sehr adretter Hauptdarsteller, die so gar nicht in die harte Wirklichkeit eines Vergewaltigungs- und Rachedramas im Jahr 1871 passen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst