Jetzt also auch noch Julia Roberts: Am 2. November feiert die Prime-Video-Produktion "Homecoming" ihre Premiere. Es ist nach "Today Will Be Different" (HBO) die zweite Serien-Hauptrolle der Hollywood-Schauspielerin.

Dass Streaming immer beliebter wird, ist allgemein bekannt. Man sieht das auch daran, dass Hollywood-Größen wie Jane FondaBilly Bob Thornton und Gérard Depardieu Hauptrollen in Video-on-Demand-Produktionen übernehmen. Julia Roberts ist ab 2. November bereits in ihrer zweiten Serien-Hauptrolle zu sehen. In der Prime-Video-Produktion "Homecoming" verkörpert sie eine Sachbearbeiterin in einer US-Behörde für Kriegs-Heimkehrer. Ihre Kino-Hits wie "Notting Hill" oder "Pretty Woman" könnten nicht weiter weg sein.

Heidi Bergman (Julia Roberts) arbeitet als Sachbearbeiterin im Homecoming Transitional Support Center in Florida. In der Einrichtung der Geist-Group wird Soldaten geholfen, nach ihren Einsätzen in Kriegsgebieten wieder ins normale Leben zurückzufinden. Vor allem bei den Sitzungen mit dem Soldaten Walter Cruz (Stephan James) empfindet Heidi ihre Arbeit als erfolgreich.

Lediglich ihr Vorgesetzter Colin Belfast (Bobby Cannavale) benimmt sich merkwürdig. Seine seltsamen Vorgaben lassen Heidi irgendwann an den Motiven der Einrichtung zweifeln. Gleichzeitig glaubt einer der Soldaten namens Shrier (Jeremy Allen White), dass die Leiter des Homecoming-Zentrums nicht die Wahrheit sagen. Befindet sich die Einrichtung am Ende gar nicht in Florida, wie die Angestellten steif und fest behaupten?

Vier Jahre später lebt Heidi bei ihrer Mutter (Sissy Spacek) und arbeitet als Kellnerin. Als ein Beamter des Verteidigungsministeriums auftaucht und anfängt, ihr Fragen zu ihrer vormaligen Arbeit zu stellen, beginnt Heidi, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Doch an die Zeit im Homecoming-Zentrum hat sie keinerlei Erinnerung mehr.

Die äußerst düster gehaltene Thriller-Serie "Homecoming" basiert auf dem gleichnamigen von der Kritik gelobten Podcast von Gimlet Media. "Mr. Robot"-Schöpfer Sam Esmail fungierte zugleich als Regisseur und ausführender Produzent. Die Serie ist durchaus spannend, doch der Erfolg der Produktion hängt wohl davon ab, wie spektakulär die Antworten auf die Fragen ausfallen, die sich aus dem Anschauen der ersten Episoden ergeben. Action sucht man in "Homecoming" vergebens.

Die einzelnen Folgen leben von einer Stimmung, die leichtes Unwohlsein erregt. Auch die Bilder sind sehr düster – hier hat man es leider ein wenig übertrieben, denn darzustellen, dass etwas Mysteriöses vor sich geht, ist das eine. Wenn man jedoch nur noch schwarze Schemen wahrnehmen kann, mindert das den Sehgenuss ungemein. Und ob Julia Roberts wirklich die beste Wahl für die Rolle der von ihrer Vergangenheit verfolgten Sachbearbeiterin ist, bleibt zu bezweifeln. Sie macht ihre Sache ordentlich, doch irgendwie vermisst man das gewisse Etwas.

Ab 2. November ist die Prime-Video-Serie in Originalsprache zu sehen. Eine deutsche Synchronfassung soll Anfang 2019 folgen. Eine zweite Staffel "Homecoming" ist bereits bestellt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst