Eine Satanisten-Kirche in den USA will Netflix verklagen. Grund ist die Darstellung einer dämonenartigen Figur in der Serien-Neuauflage des 90er-Hits "Sabrina".

Normalerweise geben sich in Sachen künstlerischer Provokation ja eher christliche oder islamische Verbände dünnhäutig. Dass allerdings auch satanistische Zeitgenossen penibel auf ihre Symbole und Wirkung bedacht sein können, beweist nun ein kurioser Konflikt um die Netflix-Serie "Chilling Adventures of Sabrina". Die Neuauflage des 90er-Jahre-Kults "Sabrina – Total verhext!" kommt wesentlich düsterer als das Original daher – unter anderem mit einem teuflischen Gegenspieler Sabrinas (Kiernan Shipka), dem "Dark Lord".

Jener ziegenbockartige Dämon, der in der Serie aus einer Baphomet-Statue an Sabrinas Hexenschule erwächst, ist nun Objekt eines handfesten Streits zwischen Netflix und der US-amerikanischen Organisation "The Satanic Temple" geworden. Denn die Satanisten sehen in der Figur eine Kopie ihrer eigenen Baphomet-Statue – und drohen, den Streamingdienst daher zu verklagen.

Lucien Greaves, Mitbegründer der satanischen Kirche, twitterte dazu: "Ja, wir leiten rechtliche Schritte ein, da die Serie ,Chilling Adventures of Sabrina' unser urheberrechtlich geschütztes Denkmal verwendet, um ihre törichte Panikmache gegen Satan voranzutreiben." Der Baphomet sei ein zentrales Symbol des "Satanic Temple".

"Ich möchte, dass sie die Figur aus der Show nehmen", zitiert die "Bild" Greaves. "Es sieht für mich ohnehin aus wie eine 3D-Computergrafik. Ich weiß nicht, wie viel Arbeit das bedeutet, aber ich weigere mich, dass unser Denkmal auf Dauer so genutzt wird." Beide Baphomet-Darstellungen ähneln sich in der Tat – andererseits ist die Figur bereits seit dem 19. Jahrhundert aus Zeichnungen bekannt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst