TV-Sender ARTE widmet dem Äquator einen halben Sendetag. In zwölf Folgen zeigt die Dokumentation "Äquator – Die Linie des Lebens"  den Facettenreichtum der Region.

Der Äquator teilt die Erde als unsichtbares Band in zwei Hälften. Er markiert eine Linie, die auf 40.000 Kilometern Länge Klima und Lebensverhältnisse unterscheidet. Der voranschreitende Klimawandel stellt sowohl die Menschen, als auch die Tier- und Pflanzenwelt vor immer neue Herausforderungen. Wohin entwickelt sich diese Welt? Vielleicht sieht man es nirgendwo so drastisch wie entlag des Äquators. In der bildgewaltigen Mammut-Dokumentation "Äquator – Die Linie des Lebens" zeigt ARTE am Samstag 22. September, ab 8.35 Uhr, einen halben Sendetag lang den Facettenreichtum der Äquatorregionen. Die Filmbeiträge heften sich an die Fersen von Einheimischen aus aller Herren Länder und zeigen deren Lebensalltag an der Ader des Lebens. Dabei treffen imposante Bilder von Mutter Erde auf berührende Einzelschicksale, denen die Macher mit der nötigen Sensibilität Raum gewähren.

Feine Sandstrände, kristallklares Meer und Palmen, wohin das Auge reicht, zeichnen gleich zu Beginn der zwölfteiligen Dokumentation ein Postkarten-Idyll. Am ersten Halt der ARTE-Reihe strandet der Zuschauer auf der paradiesischen Pazifikinsel Kiribati, wo er den Landwirt Kaboua John bei seiner täglichen Arbeit begleitet. Die Einwohner des Inselstaates fristen ein ruhiges, gemächliches Dasein, leben im Einklang mit der Natur und versorgen sich mit dem, was ihnen Mutter Erde schenkt. Quasi ein radikaler Gegenentwurf zur hektischen, technologiebesessenen und ressourcenverschwendenden Lebensweise hierzulande. Da scheint es geradezu paradox, dass ausgerechnet diese naturbelassene Region wegen des Klimawandels und des stetig steigenden Meeresspiegels schon bald vom Ozean verschluckt werden könnte.

Neben dem drohenden Schicksal Kiribatis spiegelt der ARTE-Doku-Marathon ein vielfältiges Potpourri von Kultur, Lebenswandel, Alltag und den Träumen der Einheimischen wider und bildet das Nebeneinander mit Tier und Natur entlang des Äquators ab. Dass sich "Äquator – Die Linie des Lebens" dabei nicht auf die teils überwältigenden Bilder verlässt, sondern sie mit lebensnahen Geschichten ganz unterschiedlicher Protagonisten anreichert, macht das Format so sehenswert. Darüber hinaus schildert die Doku auf eindringliche Weise, wie der Klimawandel deren Lebensrealität verzerrt, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben.

Um den aufwendig produzierten Thementag umzusetzen und möglichst viele Blickwinkel zu zeigen, schickte ARTE mehrere Kamerateams quer über den Globus. Ob in Ecuador, Indonesien, Kenia, Uganda oder den Galapgosinseln, ob aus der Luft, unter Wasser oder auf dem Boden – die Bilder der facettenreichen Reise entlang des Äquators erstrahlen in technisch brillantem Ultra HD. Möglichst naturgetreu sollen die vielfältigen Lebensweisen der Bewohner dargestellt werden und so den Äquator mit seinem Status als "Leitlinie des Lebens, das auch in seiner Bedrohtheit die paradiesische Herkunft nicht verleugnet" darstellen. Die Idee zum TV-Großprojekt, an dem sich auch SPIEGEL TV beteiligte, stammt im übrigen von Wolfgang Bergmann, dem Geschäftsführer von ARTE Deutschland.

Wer seinen Wissensdurst nach dem fast elfstündigen Programm noch immer nicht gestillt hat, der kann über die ARTE360-App im wahrsten Sinne des Wortes in eine vierteilige VR-Doku abtauchen und sich auf die Spuren von Urvölkern begeben. Grenzenloses Fernsehen, könnte man etwas pathetisch attestieren. Auf jeden Fall bekam man selten zuvor so viel weite Welt frei Haus geliefert. Schon gar nicht in UHD-Qualität.


Quelle: teleschau – der Mediendienst