Die Brüder Thomas und Alexander Huber sind in den Yosemite Nationalpark gereist, um eine steile Felswand in Rekordgeschwindigkeit zu erklettern. Pepe Danquart hat das in "Am Limit" verfilmt.

Nur auf den ersten Blick geht es in diesem Film um Sport. Menschen, die Grenzerfahrungen suchen und Scheitern als Antrieb zu Höchstleistungen begreifen sind es, die Regisseur Danquart interessieren. Der Oscar-Preisträger ("Schwarzfahrer") hat bereits mit seinen Werken "Heimspiel" (2000) und "Höllentour" (2004) unter Beweis gestellt, dass er mit solchen Geschichten auch Sportmuffel begeistern kann. Mit "Am Limit", nun im BR-Fernsehen zum wiederholten Mal zu sehen, vollendete er 2006 seine Sport-Trilogie. Um emotionale Bilder zu erzeugen, reichten dem gebürtigen Schwaben zwei Männer und eine Felswand.

"Ich wollte keinen Kletterfilm machen, der rein auf den Sport fokussiert ist, sondern einen Film, der die menschliche Seite der Huberbuam zeigt und Klettern als Metapher fürs Leben nutzt." Pepe Danquart hat sein Ziel erreicht. "Am Limit" ist spannender als so mancher Thriller, bewegender als einige Schmonzetten und eindringlicher als der ein oder andere episch ausladend angelegte Spielfilm.

Thomas und Alexander Huber auf Rekordjagd

Im Mittelpunkt stehen die Brüder Thomas und Alexander Huber. Die beiden Bayern gehören zu den weltbesten Kletterern. Sie ziehen aus nach Kalifornien, um einen Rekord im Geschwindigkeitsklettern zu brechen. Die "Nose", eine 1000 Meter hohe Granitwand des "El Capitan" im Yosemite Nationalpark, wollen sie in unter zwei Stunden und 48 Minuten hinaufsteigen.

Um diese extreme Leistung vollbringen zu können, müssen sich beide über eigene Schwächen klar werden und immer wieder das unter Geschwistern übliche Konkurrenzdenken kontrollieren. Denn nur wenn das bedingungslose Vertrauen in den Gegenpart vorhanden ist, kann die Wand bezwungen werden. Der Rekord ist nur zu brechen, wenn auf viele Absicherungen während des Aufstiegs verzichtet wird. Die Gefahr zu stürzen, zurückzufallen und Verletzungen zu erleiden, wird bewusst in Kauf genommen. Alexander Huber macht sich keine Illusionen: "Das hat nichts mehr mit Nachdenken zu tun, sondern nur mit deiner Einstellung: Willst du das, oder willst du das nicht? Und rein rational muss ich ganz einfach sagen: Besser würde man unten am Boden stehen bleiben."

Vielschichtiges Porträt

Das Filmteam begleitete die beiden Extremsportler zum Training nach Patagonien und in die USA. Vorwiegend bestand die Crew aus erfahrenen Kletterern, die in allerlei Felsspalten drapiert, die "Huberbuam" aus jeder erdenklichen Perspektive einfingen. Entstanden ist ein vielschichtiges Porträt über zwei grundsympathische Menschen, die weder verrückt noch auf der Suche nach dem Tod sind. Sie beherrschen lediglich die Kunst, im Risiko über sich hinauszuwachsen.

Thomas Huber ist abhängig von diesem Adrenalinkick: "Wenn kein Fehler passiert, dann kommst du in diesen wahnsinnigen Geschwindigkeitsrausch rein." – Doch vor Fehlern, das beweist "Am Limit", sind auch die beiden Bayern nicht gefeit.


Quelle: teleschau – der Mediendienst