Die "soziale Gerechtigkeit" steht im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 ganz besonders in der Diskussion. Die "ZDFzeit"-Reportage fragt jetzt: "Wie gerecht ist Deutschland?".

"Gerechtigkeit ist die Bedingung für eine gute Zukunft": Sätze wie diesen wirft SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz derzeit gerne ins Volk. Schließlich ist Wahlkampf, und das eigentlich angestaubte Thema von der sozialen Gerechtigkeit wird plötzlich wieder aus der Mottenkiste der politischen Parolen hervorgekramt. Aber geht es in Deutschland tatsächlich so ungerecht zu, wie oft behauptet wird?

"Man arbeitet und arbeitet und schafft es dann trotzdem nicht", so sieht das Sabrina Heuer, Mutter von drei Kindern. Ihr Mann ist Fernfahrer, am Ende des Monats bleibt kaum Geld übrig, um sich auch mal etwas zu gönnen. Eine Sorge, die Unternehmer Klaus-Michael Kühne nicht kennt. Der Logistik-Fachmann und Erbe besitzt ein Milliarden-Vermögen und behauptet: "Den meisten Menschen geht es sehr gut." Fünf Tage, bevor die Bürger an die Wahlurnen gerufen sind, macht die "ZDFzeit"-Reportage "Wie gerecht ist Deutschland?" den Faktencheck.

Tatsächlich werden die reichsten Bundesbürger immer reicher, nicht zuletzt, weil sie das Vermögen ihrer Eltern erben. Wer aus ärmeren Schichten kommt, das zeigen immer wieder Untersuchungen, hat hingegen kaum Chancen, aufzusteigen. Da hilft es auch nichts, wenn Politiker, so wie kürzlich erst CDU-Generalsekretär Peter Tauber, genüsslich ätzen, wer "was Ordentliches" gelernt habe, müsse sich nicht mit Minijobs über Wasser halten. Schließlich bleiben auch im Hochleistungsstaat Deutschland die Bildungschancen ganz entscheidend abhängig von der Herkunft der Eltern. Auch eine Art, zu erben. Nur eben die falsche.


Quelle: teleschau – der Mediendienst