Die Schicksale von minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen berühren nicht nur hierzulande. Eine neue Doku zeigt nun, wie hemmungslos junge Menschen in den USA ausgebeutet werden.

Als im Sommer 2015 über 70 Flüchtlinge in einem Lkw auf einer österreichischen Autobahn erstickten, schien der grausame Höhepunkt der Flüchtlingskrise in Europa erreicht. Der grausame Tod der Menschen stand aber auch sinnbildlich für die Skrupellosigkeit von Schleppern. Die neue ZDFinfo-Doku "Amerikas neue Sklaven – Menschenhandel in den USA" (Donnerstag, 8. November, 21 Uhr) wirft nun einen Blick über den europäischen Horizont hinaus in das Land der vermeintlich unbegrenzten Möglichkeiten.

Dort deckt Investigativ-Reporterin Daffodil Altan Erschütterndes auf. Ihren Recherchen zufolge haben sich in Amerika kriminelle Netzwerke aus Schleusern und Menschenhändlern herausgebildet. Diese ködern Jugendliche aus Lateinamerika mit falschen Versprechungen und beuten sie hemmungslos aus. Für den Filmbeitrag spürt die Macherin unter anderem einer Gruppe von guatemaltekischen Teenagern nach, die gegen ihren Willen auf einer Hühnerfarm in Ohio schuften müssen.

Die Dokumentation prangert in diesem Zusammenhang auch die fehlenden politischen Maßnahmen an und kritisiert Präsident Donald Trump, unter dem eine Kultur des Wegschauens gedeihe. Ein einstiger Geschäftsführer einer Hühnerfarm äußert sich dazu folgendermaßen: "Das gehört zu den Dingen, die man lieber nicht wissen will. Ahnt man, dass da was nicht stimmt? Wahrscheinlich. Aber nachbohren tut man lieber nicht." Zur aktuellen Lage kommen auch Branchenkenner, Opfer und mutmaßliche Täter zu Wort.


Quelle: teleschau – der Mediendienst